Sep 25, 2017 08:01:25
DE / EN
Anmelden Jetzt Registrieren
Pressespiegel

Unterm virtuellen Hammer   Der Kunsthandel
10.10.2016

Während der globale Kunstmarkt seit einiger Zeit stagniert, steigt die Nachfrage nach Online-Auktionen stetig.
Einige der bekanntesten Werke werden mittlerweile im Internet versteigert.
Entstanden ist ein Millionenmarkt, von dem auch Galeristen und Kunsthändler profitieren können. Mit unterschiedlichen Konzepten behaupten die verschiedenen Plattformen ihre Position am Markt.
DER KUNSTHANDEL stellt Ihnen zwei Online-Auktionshäuser vor, die unterschiedlicher nicht sein könnten – den Marktführer im Bereich der Kunst und Luxusgüter Auctionata | Paddle8 und das Einsteiger-Auktionshaus start your art für junge, erschwingliche Kunst.
Von Kathrin Albrecht

Die Verschiebung der Kaufkraft von der Fußgängerzone in das World Wide Web macht auch vor dem Kunstmarkt nicht halt.
Selbst das Auktionsgeschäft findet heute zu großen Teilen online statt.
2012 wurde der Online-Auktionsmarkt durch die Gründung des Berliner Start-up-Unternehmens Auctionata von Alexander Zacke und Georg Untersalmberger revolutioniert.
Auctionata ist mittlerweile das führende Auktionshaus für Luxusobjekte und Kunstgegenstände im Internet und noch dazu der Erfinder der sogenannten Livestream-Auktion – in Echtzeit werden alle Versteigerungen übertragen, sodass Interessierte aus der ganzen Welt live am Auktionsgeschehen teilnehmen können.
Im Mai dieses Jahres fusionierte das Berliner Unternehmen mit dem US-amerikanischen Online-Auktionshaus Paddle8.
Gemeinsam wuchsen die beiden Häuser zu einem der führenden Akteure im Bereich Kunst, Sammlerstücke und Vintage-Luxusobjekte weltweit heran.

Professionelle Einlieferer wie Galeristen und Kunsthändler
Mit einem Gesamtumsatz von über 132 Millionen Euro bedient das Unternehmen ein Feld, das von vielen Galeristen und Kunsthändlern noch unterschätzt wird.
Dabei können auch sie die Plattform nutzen und davon profitieren. "Galeristen und Kunsthändler sind sehr gut bei Auctionata | Paddle8 aufgehoben.
Wir haben eigens für professionelle Einlieferer ein fachkundiges Team, welches sich um die individuellen Bedürfnisse kümmert und individuelle Verkaufslösungen und -formate anbietet.
Außerdem vermitteln wir durch unser Private Sales Department auch außerhalb des Auktionssaals und ermöglichen einen diskreten Privatverkauf", sagt Luisa Elster, Direktorin PR und Corporate Communications von Auctionata | Paddle8.
Das Unternehmen macht nicht nur alle Dienstleistungen des traditionellen Auktionshauses online zugänglich, sondern ist, durch das große Angebot an Kategorien und Verkaufsformaten, zudem ein internationaler Marktplatz für Kunst und Luxusgüter. "Ein so diversifiziertes und innovatives Angebot hat kein anderer Online-Anbieter.
Mit rund 800 000 registrierten Nutzern zählt Auctionata | Paddle8 bereits zu den zehn größten Auktionshäusern der Welt außerhalb Chinas", erzählt Luisa Elster.
Trotz der kurzen Bestehenszeit und der reinen Online-Präsenz konkurriert das Unternehmen schon heute mit Häusern wie Christie’s und Sotheby’s.

Ausgezeichnetes Expertennetzwerk
Angesichts der Tatsache, dass bei den Online-Auktionen von Auctionata | Paddle8 viel geringere Gebühren anfallen als bei Offline-Auktionshäusern verwundert diese gute Positionierung am Markt nicht.
Möglich ist diese Kostenminimierung durch die ausschließliche Online-Präsenz und das damit verbundene Wegfallen vieler Kosten wie beispielsweise Druck- und Versandkosten von Auktionskatalogen.
Auch erreicht Auctionata | Paddle8 online eine viel größere Zielgruppe als stationäre Auk-tionshäuser. Neben geringeren Kosten bietet das Konzept seinen Nutzern noch weitere Vorteile: "Durch unser internationales Expertennetzwerk, welches mit über 400 Spezialisten zu den besten und größten der Welt gehört, können wir zudem stets auf die nötige Expertise zurückgreifen,
um unseren Einlieferern und Kunden einen qualitativ hochwertigen und vielfältigen Service zu garantieren", so Luisa Elster.
Hinzu kommen die innovativen Livestream-Auktionen, Live-Shopping-Formate, ein kuratierter Online-Shop, Private Sales und Wohltätigkeitsversteigerungen, die das Angebot der Plattform abrunden.

Paradigmenwechsel
Zum Kauf und Verkauf stehen Kunst, Design, Classic Cars, Uhren, Schmuck, Wein und Immobilien – Luxusgüter, von denen man annimmt, sie würden nur mit vorangehender Besichtigung gekauft.
Doch die Hemmschwelle oder die "Angst" vor dem Online-Gebot sinkt zunehmend.
"Noch vor ein paar Jahren war es kaum denkbar, Luxusobjekte und Kunst im Internet zu kaufen, ohne diese real vorher gesehen zu haben. Mit unseren detaillierten Katalogen, unserem international renommierten Expertennetzwerk, dem persönlichen Service und der 25-jährigen Garantie konnten wir diese Hemmschwelle abbauen, Vertrauen aufbauen und Transparenz schaffen. In der Kunst- und Luxuswelt spüren wir daher zu unseren Gunsten einen großen Paradigmenwechsel, da moderne Sammler und Händler nicht mehr auf die Angebotsvielfalt, Verfügbarkeit, Mobilität und Effizienz, die das Internet mit sich bringt, verzichten möchten", weiß Luisa Elster. Doch nicht nur Luxusobjekte werden über Auctionata | Paddle8 verkauft und versteigert. Auch eine häufig vernachlässigte Sparte findet bei dem Online-Auktionshaus Beachtung. "Aufgrund der hohen Kostenaufwände eines traditionellen Auktionshauses lohnt es sich für diese auch oftmals nicht, Objekte im mittleren Preissegment zu vermarkten, weshalb dieses Marktsegment bislang oft vernachlässigt wurde. Bei Auctionata | Paddle8 können wir diese Lücke adressieren und gleichzeitig für Käufer Transparenz und Au¬thentifizierung gewährleisten, die bei Onlinemarktplätzen im unteren Preissegment nicht gegeben ist", erklärt Luisa Elster.
Mit all diesen Vorteilen und dem richtigen Impuls zur rechten Zeit hat sich das noch junge Unternehmen bereits zu einer renommierten Institution am Kunstmarkt etabliert.

Fokus auf nicht etablierter Kunst
Das ebenfalls noch junge Unternehmen start your art verfolgt hingegen ein ganz anderes Konzept und bedient damit einen nicht minder interessanten Markt.
Bei dem 2010 von Jenny Seul in München gegründeten Online-Auktionshaus dreht sich alles um junge erschwingliche Kunst.
"2010 waren wir die ersten, die Werke direkt aus den Ateliers der Künstler online versteigerten", sagt Jenny Seul. Die Unternehmerin und ihr Team nutzen das Konsumverhalten der heutigen Gesellschaft, die sich auch beim Einkaufen sehr stark online orientiert.
Bei start your art werden Zeichnungen, Gemälde, Collagen sowie Grafiken und Fotografien aus kleinen Serien und vieles mehr von Künstlern, die noch keinen großen Namen am Kunstmarkt haben, versteigert.
Aber das Online-Auktionshaus ist nicht für jeden Künstler ohne weiteres offen.
"Das Programm wäre sonst schnell unübersichtlich und wir könnten unsere Qualitätsstandards nicht halten", erklärt Jenny Seul.
In ihrem Geschäftsmodell besteht ein hoher Anspruch an die Güte der Exponate. Um diesen zu halten und zu gewährleisten, müssen sich die Künstler um eine Teilnahme bewerben.
Es wird also eine qualitative Vorauswahl getroffen.

Nachfrage bestimmt Marktwert
Für die jungen Künstler ist das Modell sehr interessant.
Sie können die Plattform nicht nur als Präsentationsfläche nutzen, sie bekommen durch die Auktionen auch eine konkrete Definition ihres Marktwertes und können ihr Netzwerk ausbauen.
"Da unsere Künstler über start your art leicht im Netz gefunden werden und sie sich hier mit Vita und einer Auswahl ihrer Werke präsentieren,
haben auf diese Weise auch Kunsthändler und Galeristen die Möglichkeit, auf unsere Künstler aufmerksam zu werden", so Jenny Seul.
Das Unternehmen arbeitet also Hand in Hand mit der Kunsthandelsbranche.
"Was die Künstler an start your art sehr schätzen, ist – obwohl der Verkauf online stattfindet – wird Kunden und Künstlern die Möglichkeit gegeben, miteinander in Kontakt zu treten.
Nicht anders ist es mit Galeristen. Wir freuen uns über jede Möglichkeit für unsere Künstler, sich einem breiteren Publikum zu präsentieren.
Und je bekannter der Künstler wird, umso besser für start your art", weiß Jenny Seul. Doch die Möglichkeiten der Zusammenarbeit gehen noch weiter.
Auch Einrahmer können von dem Online-Format profitieren. Über ihre Webseite bietet sie auch Beratung zur Einrahmung der Werke an.
Die Geschäftsführerin Seul selbst besitzt allerdings schon eine gewisse Expertise auf diesem Gebiet: "Meistens haben die Künstler schon ganz gute Ideen, wie ihre Werke am besten wirken und präsentiert werden können.
Hinzukommt, dass ich selber viele hundert Bilder im Kunsthandel passepartouriert und gerahmt habe und damit einen gewissen Erfahrungsschatz besitze.
Hat der Kunde bestimmte Wünsche verweise ich ihn gerne an einen kompetenten Experten vor Ort," erklärt sie.

Die Gunst der Stunde genutzt
Mit dem erfolgreichen Konzept reagierte start your art auf eine Gesetzesänderung, die neun Jahre vor Unternehmensgründung in Kraft trat.
"Damals gab es bereits einige traditionelle Auktionshäuser, die Kunstwerke aus Sammlungen oder Familienbesitz auch online versteigert haben;
analog zu den physischen Auktionen im Saal. Für junge Kunst war das schwierig, da laut der Gewerbeordnung (§ 34 b Abs. 6 Nr. 5b GewO) in klassischen Auktionen lediglich gebrauchte Güter versteigert werden dürfen,
beziehungsweise Objekte, die den Besitzer mindestens einmal gewechselt haben müssen.
Im Falle von Kunstwerken heißt dies, dass es für Künstler nicht zulässig ist, ihre eigenen Werke in eine Auktion einzuliefern", erinnert sich Jenny Seul.
2001 kam es aber zu einem Gerichtsurteil, das eine Neuerung brachte: "Nach diesem Gerichtsurteil wurde unter anderem festgelegt, dass eine als Internet-Auktion bezeichnete Verkaufsaktion keine Versteigerung
im Sinne der Gewerbeordnung darstellt.
Eine Versteigerung, die online abläuft, ist folglich keine Auktion im traditionellen Sinne und unterliegt somit auch nicht der Versteigerungsverordnung.
Als Konsequenz können neue Werke junger Künstler in Internet-Auktionen versteigert werden," sagt die Unternehmerin.
Und genau das hat sich start your art zu Nutze gemacht und eine spannende Plattform entwickelt, bei der die Nutzer die Möglichkeit haben, sich durch eine Auswahl an Werken zu klicken und diese nach bestimmten Kriterien wie Maße,
Farbe oder Preis zu filtern.

Ob für das kleine Budget, das mittlere Preissegment oder aber im Luxusbereich, Online-Auktionen bieten gute und unkomplizierte Möglichkeiten, Kunst und andere Luxusobjekte zu ver- und ersteigern.
Längst sind sie zur adäquaten Alternative von traditionellen Auktionshäusern avanciert. Der wachsende Markt im Bereich Online-Auktionen verlangt geradezu die Auseinandersetzung der Branche mit diesem Segment,
das ungeahnte Möglichkeiten bereithält.

www.kunsthandel-verlag.de

Download
Kunst für die Wand   Casamia
01.10.2016

Fotokunst oder Graffiti-Art? Ein Poster für zwischendurch oder ein Gemälde für die Ewigkeit? Egal, welcher Kunst-Typ Sie sind: Wir zeigen Ihnen die besten Adressen für Ihr neues Lieblingswerk.

Text: Charlotte Meindl
Kunst liegt ja bekanntlich im Auge des Betrachters. Edle Renaissance-Gemälde, abstrakte Formen, Typoposter, Grafikprints, filigrane Zeichnungen, schwungvolle Skizzen, liebliche Aquarelle und und und.

Das Angebot ist riesig, die Preise schwanken zwischen "Erschwinglich für jeden" und "Nur was für Sammler".
Dazu stellen sich Fragen wie: Lege ich Wert darauf, ein Original zu besitzen? Will ich ein „echtes“ Gemälde oder tut’s auch ein gerahmtes Poster?
Wo fange ich an, auf der Suche nach dem Kunstwerk, das wirklich zu mir passt?

Limitierte Editionen auch für Nichtsammler
"Wichtig ist es, sich dabei Zeit zu lassen und sich mit dem Werk und dem Künstler auseinanderzusetzen", findet Jenny Seul, Gründerin von Start your Art. "Das Werk kennen und damit auch lieben zu lernen,
steigert die Chancen, eine langfristige Beziehung miteinander einzugehen, ohne dass man sich schnell satt gesehen hat. Und wie in der zwischenmenschlichen Liebe hat auch das Bauchgefühl immer ein Wörtchen mitzusprechen."
Um auch Newcomern die Möglichkeit zu geben, die Bäuche von Kunstfans zum Kribbeln zu bringen, gründete sie das Online-Auktionshaus Start your Art, bei dem es die Genies von Morgen zu entdecken gilt.

Denn hier werden hauptsächlich Originale bisher unbekannter Künstler versteigert, für die jeder so viel bezahlt, wie er eben ausgeben möchte. Richtig "echte" Kunst also, die man sich auch noch leisten kann.
Einen ähnlichen Gedanken hatten auch die Gründer von Lumas: Kunst erschwinglich zu machen. Deshalb nimmt man aus dieser Galerie statt Originalen eines von 75 bis 150 handsignierten Exemplaren pro Serie mit nach Hause.
So bleibt das Kunstwerk immer noch ein rares Stück, ist aber trotzdem für ein breiteres Publikum erreichbar. Eine Idee, die funktioniert, denn neben dem Online-Shop und dem ersten, 2004 eröffneten Berliner Standort gibt es inzwischen über 40 weitere, auf der ganzen Welt verteilte Galerien, in denen man in entspannter Wohnzimmer-Atmosphäre fabelhafte zeitgenössische Fotokunst bestaunen kann.

Von Rembrandt bis Picasso
Wer statt gewagten Neuentdeckungen lieber die traditionellen Künstler vergangener Jahrhunderte an seinen Wänden bewundern möchte, sollte sich einmal bei Kunstkopie umsehen.
In diesem Online-Shop ist der Name Programm – über 30.000 Künstler von Monet über Dalí bis Botticelli sind hier als Leinwand, Poster, Tapete oder – was besonders spannend ist – handgemaltes Gemälde erhältlich. Näher kann man dem Original für kleines Geld nicht kommen.

Grafik-Kunst und Designposter
"Gutes Design zum guten Zweck" ist das Motto von Paper Collective. In Kooperation mit bekannten Künstlern und Designstudios wie Menu, Form Us With Love oder Norm Architects entstehen hier fantastische moderne Prints, die nicht nur gut aussehen, sondern auch Gutes tun, denn: Von jedem verkauften Poster spenden die Künstler zehn Prozent an ausgewählte Projekte, z. B. zum Artenschutz oder dem Schutz von Kriegsweisen und Obdachlosen.
Wunderbare grafische, verspielte, farbenfrohe, stylishe Designdrucke gibts auch bei Juniqe, einer Plattform für talentierte junge Künstler aus aller Welt, die seit zwei Jahren mit reichlich Spaß und Elan
leeren Wänden den Kampf ansagt. Deshalb bietet der Online-Shop auch nicht nur die Kunst an sich, sondern zudem kreative Tipps und Tutorials, wie man seine Bilder zu Hause denn nun auch perfekt inszenieren kann.

Die richtige Inszenierung
"Besonders gut gefallen mir Wände, an denen mehrere Bilder in Galerien kombiniert werden", meint Lea Lange, Gründerin und Geschäfts führerin von Juniqe.
"Hier kann man auf verschiedene Hängungen zurückgreifen wie zum Beispiel die Salon- oder Rasterhängung."
Heißt konkret? Bei der Rasterhängung werden gleichformatige Bilder in einem strengen Raster, z. B. im Quadrat, mit gleichen Abständen zueinander aufgehängt.
Besonders eignet sich diese Anordnung bei mehreren Kunstwerken einer Serie. Tipp: Ein Faden mit einem Gewicht an der Ecke der oberen Bildreihe hilft dabei, alles symmetrisch aufzuhängen.
Schwung in eine strenge Anordnung bringen Elemente wie aus Masking Tape geklebte Rahmen oder an Klemm-Kleiderbügeln aufgehängte Poster.
Wer es lieber etwas lässiger mag, wählt die Salonhängung, auch Petersburger Hängung genannt.
Dabei werden Bilder unterschiedlicher Größe, mit Passepartout und ohne, mit Rahmen oder ohne, in einer freien Collage arrangiert.
Dabei am besten immer erst alle Bilder auf dem Boden probelegen und von der Mitte nach außen arbeiten.
Fertig ist das Arrangement, sobald es sich für Sie "richtig" anfühlt. "Für meinen Geschmack zum Beispiel funktioniert ein Chaos an der Wand besser als eine 'zu ordentliche' Reihung gleichförmiger Bilder.
Im Hintergrund noch eine knallig blaue Wand: perfekt", verrät Lea Lange. "Letztlich ist die Empfindung für Kunst eben rein subjektiv." Und genau das ist doch das Schöne daran.

Profi-Tipps von Jenny Seul, Gründerin von Start your Art, einem Online-Auktionshaus für junge Kunst
Redaktion casamia: "Frau Seul, darf man teure und günstige Kunst mischen?"
Jenny Seul: "An der Preiskategorie kann man die Kombinationsmöglichkeit nicht festmachen.
Eine Druckgrafik oder Skizze kostet in der Regel wesentlich weniger als ein Gemälde eines Künstlers. Und trotzdem kann es sehr reizvoll sein, einen flüchtigen Entwurf neben einem ausgeklügelten Gemälde zu zeigen."
"Was gibt es beim Aufhängen zu beachten?"
"Gerne macht man den Fehler, die Werke zu hoch zu hängen. Nach Möglichkeit sollte das Blickzentrum des Bildes auf Augenhöhe sein. Auch ein gewisser Abstand zu Möbelstücken und Fenstern tut den Werken gut."
"Wie gestalte ich eine harmonische Collage?"
"Will man viele Werke an einer Wand platzieren, macht es Sinn, einen roten Faden zu finden. Dies kann eine vorherrschende Farbe sein oder ein bestimmtes Motiv.
Etwas Ordnung gibt man größeren Bildergruppen, wenn man eine einheitliche Außenkante (z. B. Oberkante) definiert."


Download
SPECIAL: WANDGESTALTUNG. Wände inszenieren   Casa Deco
01.06.2016

CD: Wie kamen Sie auf die Idee, ein Online-Auktionshaus zu eröffnen?
JS: Ich habe zuvor im Kunsthandel gearbeitet. Mir fiel auf, dass sich immer wieder junge Künstler speziell an die Auktionshäuser wenden, um hier ihre Werke zu platzieren – ohne wirkliche Chancen zu haben. Auf der anderen Seite sprachen mich immer wieder Bekannte an, die das Bedürfnis hatten, Kunst zu erwerben, sich aber nicht mit dem Gedanken anfreunden konnten, Galerieräume zu betreten. Das Internet gibt Interessenten nun die Möglichkeit, ungestört zu stöbern und seinem Budget entsprechend zu agieren.

CD: Warum konzentrieren Sie sich speziell auf Junge Kunst?
JS: „Junge Kunst“ ist hier nur ein Hilfswort. Es hat nichts mit dem Alter der jeweiligen Künstler zu tun, sondern bezeichnet eher eine Geisteshaltung und die Tatsache, dass sie noch nicht am Markt etabliert sind.

CD: Was empfehlen Sie Leuten, die anfangen möchten, Kunst zu kaufen?
JS: Je besser man über einen Künstler, sein Werk, seine Zeit und die Hintergründe informiert ist, desto höher liegt der persönliche Mehrwert eines Kunstwerkes. Und dann sollte man auch das Bauchgefühl nicht außer Acht lassen. Es ist wichtig, zu überlegen, ob mich das Werk auch über einen aktuellen Trend hinweg fesseln kann.

Download
Mit start your art können Nachwuchskünstler den Markt erobern   kultur-blog.de
13.10.2015

Das Online-Auktionshaus start your art bietet jungen Künstlern eine Plattform für ihre Werke, um damit erste Schritte im Kunstmarkt wagen zu können. Gegründet wurde es im Jahr 2010 von der Münchner Kunsthistorikerin Jenny Seul, die eine Plattform für Kunstbegeisterte mit begrenzten Ressourcen sowie junge, noch unentdeckte Künstler bieten wollte. Eine zunächst großartige Idee: Kunst wird damit für alle an jedem Ort und zu jeder Zeit verfügbar. Bisher unscheinbaren Talenten wird gleichzeitig die Chance gegeben, ihr Können unter Beweis zu stellen und sich aller Welt zu präsentieren. Ohne leidige Zwischenhalte.


Mit start your art schlummernde Talente entdecken

Als Jugendliche wollte ich selbst Künstlerin werden. Darum habe ich auch den Kunst-Leistungskurs belegt. Aber schon bald wurde mir klar, dass meine Träume und Lebensziele nicht mit meiner Leidenschaft vereinbar waren. Die Realität war fies: Kaum ein freischaffender Künstler macht das wirklich große Geld, kann davon ein Haus bezahlen oder eine Familie ernähren. Die Künstler, die ich kenne und natürlich auch schätze, weisen einen hohen Anspruch an sich und ihre Kunst auf. Gleichzeitig geben sie sich aber mit einem eher bescheidenen Leben zufrieden, mehr gibt die Kunst leider nicht her. Aber das wäre mir nicht genug. Also weg damit, dieser Idee irgendwann »entdeckt« zu werden.
»Die Künstler, die wir in unser Portfolio aufnehmen, müssen etwas Besonderes mitbringen.« (Jenny Seul)

Damals gab es simple Marketingsintrumente wie start your art auch noch nicht. Man war auf Galerien angewiesen, die sich bereit erklärten, die Kunstwerke auszustellen. Es gab immer diese »erste Hürde« zu nehmen, man musste sich am »Gatekeeper« vorbeimogeln, um überhaupt die Chance zu bekommen, entdeckt zu werden. Nicht von den Galeristen, sondern vom breiten Publikum aller Kunstliebhaber. Dank dem digitalen Wandel verlagern sich die Märkte aber – der Kunstmarkt eingeschlossen. Längst wird nicht mehr alles vor Ort, sondern bequem per E-Mail oder über Social Media geklärt. Das Internet steht jedem frei zur Verfügung, was aber den Nachteil mit sich bringt, dass das Angebot sehr vielfältig ist: Kunst ist nicht gleich Kunst.



Ist das Kunst oder kann das weg? Qualität zählt!


Doch woran kann ein junger Künstler nun den Wert seiner Werke bemessen, wenn er sich nicht mehr an Galeristen vor Ort wendet? Für diejenigen, die erste Erfahrungen sammeln und ihren aktuellen »Marktwert« ermitteln möchten, bietet start your art einen guten Einstieg in den Kunstmarkt. Das Preismodell erscheint fair, denn fällige Provisionen werden zwischen Künstler und Käufer aufgeteilt. Die Auktionszeit startet zudem erst, wenn auch tatsächlich ein Gebot eingegangen ist. Man spart also massig Zeit und muss seine Kunstwerke nicht wieder und wieder einstellen, bis sich der passende Käufer gefunden hat. Selbstverständlich ist dem Unternehmen aber die Wahrung seiner eigenen Qualitätsstandards wichtig. Daher können nur ausgewählte Künstler auch tatsächlich Werke auf der Plattform einstellen. Das hat aber auch seinen Grund:


»Es werden maximal 50 Künstler gleichzeitig präsentiert. Dadurch verhindern wir, dass das Angebot unübersichtlich und beliebig wird. Der Kunde kann sich sicher sein, dass sich die von uns präsentierten Künstler nicht nur durch Originalität, sondern auch durch Virtuosität auszeichnen.«


Kritisch ist allerdings die relativ kurze Aktionszeit von zwei Tagen. Nicht nur, dass Kunstliebhaber quasi täglich im Auktionshaus »vorbeisurfen« müssen und dies lästig werden kann, stellt ein Problem dar. Auch wirkt das Online-Auktionshaus manchmal recht leer, da keine Auktionen laufen und viele Kunstwerke eine lange Zeit auf ihren Auktionsstart warten. Man könnte den Eindruck erhalten, dass auf dem Portal »gar nichts los sei«. Erst, wenn sich der Betrachter näher mit den Auktionen beschäftigt und die Anzahl der »verkauften Werke« der Künstler betrachtet, lassen sich Vermutungen darüber aufstellen, wie das Geschäft mit dem digitalen Kunstvertrieb tatsächlich läuft. Gründerin Jenny Seul gibt hierbei Entwarnung:


»Wir konnten bisher jedes Jahr Umsatzsteigerungen von 30 bis 40 Prozent erzielen und erreichten letztes Jahr unseren Break-Even (Schwarze Zahlen).«



Ein kompetenter Partner für junge Künstler


Grundsätzlich wurde das Online-Auktionshaus von Jenny Seul vor allem für Studierende und Absolventen einer Kunsthochschule oder Akademie für Bildende Kunst konzipiert. Nicht zu vergessen die talentierten Autodidakten, die das Wissen bereits mit der Muttermilch aufsaugen und auf Leinwand bringen können. Denn Jenny Seul ist es wichtig, dass die Künstler ihr »Handwerk« beherrschen. Eine akademische Ausbildung sei hier aber kein Muss.

Mit dem Auktionshaus haben sie ein Instrument an die Hand bekommen, ihre Bilder zu bewerben, ohne aktiv zeitraubendes Marketing betreiben zu müssen – wovon ohnehin die wenigsten Ahnung haben. start your art kümmert sich aktiv um den Vertrieb und organisiert alle Zahlungs- und Transportmodalitäten für den Künstler. Die Käufer haben den Vorteil, dass sie gute Kunst auf transparentem Wege erstehen können, ohne örtlich gebunden zu sein. Eine Win-Win-Situation also, vor allem, da die Online-Präsenz der Künstler massiv gesteigert werden soll:


»start your art trägt in erheblichem Maße zur Sichtbarkeit der Künstler im Netz bei. Dies gelingt uns vor allem durch Social Media Marketing und Suchmaschinen Optimierung. Wir sind bei zentralen Suchbegriffen wie ,Kunst kaufen‘ oder ,Kunst online‘ unter den ersten fünf Treffern!«, so Gründerin Seul.


Die Bekanntheit des Portals sei so stark angewachsen, dass start your art inzwischen als Marke im Kunstmarkt anerkannt sei. Es gäbe viele Stammkunden, die immer wieder im Online-Auktionshaus einkaufen. Auch das Interesse der jungen Künstler steigt, sodass schon beinahe täglich Bewerbungen eintrudeln. Es bleibt also abzuwarten, wie sich das Online-Portal in der Zukunft entwickeln wird. Ich denke, es ist als Chance zu sehen, insofern man im rechten Moment die Abnabelung von dem Portal schafft, um sich als Künstler eigenständig auf dem Kunstmarkt zu etablieren.


Yasmin Neese

Download
Die Kunst, mit Kunst im Netz Geld zu verdienen   Deutsche Welle
14.04.2015

Der Verkauf von Kunstwerken ist bislang vor allem ein offline-Geschäft. Doch Start-Ups und Künstler sehen das Netz immer mehr als Chance, sich ein Standbein zu schaffen und online die ganze Welt zu erreichen.



Am 15.4. beginnt die Art Cologne in Köln, die größte deutsche Kunstmesse. Und auch die Art Basel, immerhin die größte Messe dieser Art weltweit, wirft ihre Schatten voraus. Beide Messen haben Tradition, sind hochgeschätzt und ziehen jeweils zehntausende Besucher im Jahr an. Und beide sind vor allem Messen für einen Kunstmarkt, den man fühlen, riechen, haptisch erfahren kann. Hier sind Hunderte Galerien vertreten, sie zeigen Kunstwerke, ihre Kataloge sind bedrucktes Papier. Natürlich spielen Webseiten eine Rolle, das Internet ist Thema, aber rein virtuell kann so eine Messe nicht sein. Daniel Hug, Direktor der Art Cologne, sieht deshalb das Netz vor allem als Kommunikationsbeschleuniger zwischen Galerien und Sammlern, das Versenden von Dias beispielsweise fiele heute weg. "Die meisten Sammler wollen ein Kunstwerk zunächst mit den eigenen Augen sehen, bevor sie zuschlagen", sagt er. Auch wenn Kunstwerke oft im Vorfeld einer Messe reserviert würden, erst am Eröffnungstag folgten persönliche Begutachtung und endgültige Kaufentscheidung.

Der Markt ist klein, aber kreativ



Und doch gibt es sie, die Kunden im Netz. 2,5 Milliarden Euro haben sie im Jahr 2013 umgesetzt, schreibt der Report der European Fine Art Fair (TEFAF), der einmal im Jahr den globalen Kunstmarkt untersucht. Was klingt wie eine große Menge Geld, entspricht bislang nur etwa fünf Prozent des weltweiten Verkaufs von Kunst und Antiquitäten. Sogenannte Erstverkäufe sind das oft, also frische Werke, die zu neuen Liebhabern kommen. Dazu addieren sich bislang vor allem Kunstdrucke und Fotografien. Aber hier ändert sich etwas, schreiben die Analysten. Und daran haben viele junge, web-affine Künstler einen Anteil.

"Das Netz ist für mich ein Glücksgriff", sagt Stefanie Schairer. Seit sie dabei ist, knapp zehn Jahre sind das inzwischen, wachse seine Bedeutung immer mehr. Die Berliner Künstlerin ist in etlichen Künstler-Netzwerken aktiv, nutzt Soziale Medien und verkauft natürlich ihre Werke über Online-Portale. "Aber", sagt sie weiter, "man darf nicht erwarten, dass es schnell geht. Ich lege eine Seite an und dann beginne ich zu verkaufen? Nein, das Netz ist wie ein Samen, der austreiben muss, man braucht Geduld."

"Eine Website ist wie ein Katalog im Internet", ergänzt die Holzbildhauerin Nora Leschinski. Sie arbeitet fernab vom brodelnden Kunstbetrieb einer Hauptstadt, in der thüringischen Provinz. Auch hier spielt das Netz eine entscheidende Rolle. "Ich verbringe täglich mehrere Stunden online", sagt sie. "Das Netz erlaubt mir ein zurückgezogenes, naturnahes Leben." Und trotzdem habe nahezu jeder auf der ganzen Welt Zugriff auf ihre Werkschau aus Kleinplastiken, Grafiken und Bilder.


Verschiedene Wege führen zum Sammler




"Das Interesse an junger Kunst ist vorhanden, es ist sogar enorm", sagt Jenny Seul. Sie hat 2011 Start Your Art gegründet, eine Plattform, bei der über Auktionen Werke von zumeist noch unbekannten Künstlern angeboten werden. Die studierte Kunsthistorikerin legt Wert darauf, dass sich die Künstler bewerben und strengen Kriterien stellen müssen. "Nicht alle sind ausgebildete Leute", sagt sie. "Sie müssen aber etwas haben, spannend sein und keine Abziehbilder." Von 100 Bewerbern sei vielleicht einer dabei, der aufgenommen würde.

"Echte Auktionen", räumt Seul ein, "sind noch die Ausnahme. Meist bekommt der Erstbietende am Ende den Zuschlag." Die Preise bewegen sich dabei, je nach Objekt, Arbeitsaufwand und Größe zwischen unter Hundert und mehreren Tausend Euro. Wobei Werke im vierstelligen Bereich selten verkauft werden. Noch, sagt die Unternehmerin. "Ich beobachte, dass Leute wiederkommen, die schon einmal etwas gekauft haben, und die geben dann auch mehr Geld aus, weil sie wissen, dass es funktioniert.”
"Man muss erst ein Verständnis für Unikate schaffen", sagt Katalin Pöge von Mailetti. Mit ihrem Unternehmen, das Einzelstücke von aktuell 86 Künstlern im Programm hat, will sie das schaffen. "Die Leute sind heute durchaus bereit, Geld für Kunst auszugeben. Allerdings haben sie den Sinn dafür, was ein Unikat ist, was eine Reproduktion, eine Kopie, ein Poster, verloren." Daran ist das Netz sicher nicht unschuldig. Immer wieder, erzählt Katalin Pöge, drucken Menschen die Bilder, die Mailetti anbietet, einfach aus. "Die wollen das Bild. Dass es im Druck aber nicht ans Original herankommt, ist ihnen egal." Denn wenn der gleiche Picasso, der sonst als Original im Museum of Modern Art hänge, auch als Poster im Möbelhaus zu haben sei, verschwimme das Bild. Dagegen verschicken die drei Gründer von Mailetti Kunst per Brief, ausgeklügelt verpackt.

"Heute gibt es kaum noch Post, die einen erfreut", sagt sie. "Das war früher anders. Jeder hat doch einen Briefkasten, der heute verkümmert. Das sollte nicht mehr so sein." Damit sie in den handelsüblichen Briefkasten passen und nicht als Päckchen vom Paketboten überreicht werden müssen, sind die Bilder bei Mailetti klein, Quadrate von etwa 10 mal 10 Zentimetern. 49 Euro kostet so ein Bild. Alle haben denselben Preis und bei allen ist bis zum Kauf nicht klar, wer Urheber des Bildes ist. Diese Anonymität, sagt die Gründerin, sei der Grund, warum einige Künstler überhaupt dabei seien. "Mailetti hat ein bisschen was von Lottospielen. Man kauft etwas, das man mag, weiß aber nicht, wen man kriegt." Das Konzept führe sogar dazu, dass Käufer zu raten beginnen, welcher Künstler hinter einem bestimmten Bild stecke. Gelinge ihnen das, sei die Freude über das gekaufte Bild umso größer.


Nicht die Katze im Sack kaufen



Aber, sagt Tricia Rampe, das Internet habe ein entscheidendes Problem. Die Gründerin des US-Unternehmens Get Art Up erklärt, dass es online schwer sei, etwas wirklich teures zu verkaufen. Deshalb verleihe ihr Unternehmen Kunst, gegen eine monatliche Gebühr. Bei Gefallen können die Werke, die vor allem von Künstlern stammen, die das Potential für einen Durchbruch im Kunstbetrieb hätten, auch gekauft werden. Die Jahrtausend-Generation, so Rampe, sehe den Wert von einem Luxusgut wie Kunst. Sie muss diese aber nicht unbedingt besitzen. "Außerdem hat nicht jeder, der Kunst mag, auch das Geld, sie für Tausende von Dollar zu kaufen." Leihen könne auch zu einem späteren Besitz führen und damit eine Lösung sein, Kunstinteressierte an das Thema heranzuführen.
Eine Holzskulptur, die einen Taucher darstellt (Foto: Nora Leschinski)

Online verkaufte Kunst ist selten hochpreisig, doch der Markt ändert sich

Überhaupt verstehe die Kunstwelt heute immer besser, dass das Internet eine Plattform darstelle, die den Kunstverkauf um ein Vielfaches vereinfache, sagt Marius Sowka. Sein Kopenhagener Start-Up Artworkheroes setzt auf eine preiswerte und karitative Nische. Es bietet hochwertige Drucke an, nicht nur auf Papier, sondern auch auf Taschen und Kleidung. "Jeder Kauf bringt nicht nur dem Künstler Einnahmen, sondern unterstützt zusätzlich auch kleine, zertifizierte Wohltätigkeitsorganisationen", so Sowka. "Wir nennen unsere Künstler darum ArtworkHeroes, sie sind Helden, die nicht nur die Welt verschönern, sondern sie durch die Spenden auch ein kleines bisschen besser machen."


Kunst braucht das Netz, aber kann auf Offline nicht verzichten



Egal, ob die Kunstwerke im Netz teuer sind oder nicht. Der Markt wird wachsen, davon gehen die Analysten des TEFAF Reports aus. Um mindestens ein Viertel im Jahr soll es nach oben gehen, im Jahr 2020 sei ein Umsatz von zehn Milliarden Euro möglich. Diese Zahl schließe Online-Verkäufe von Auktionshäusern genauso mit ein, wie klassische Kunstverkäufer und Anbieter, die sich ausschließlich auf den Onlinehandel spezialisiert haben. Mit einer neuen, jüngeren Generation von Sammlern und Kunstinteressierten rückten auch Preise jenseits einiger Hundert Euro und auch andere Stilrichtungen, Skulpturen etwa oder große Gemälde, in den Mittelpunkt.

Von dieser Entwicklung profitieren am Ende auch die online-affinen Künstlerinnen Nora Leschinski und Stefanie Schairer. Sie setzen auf das Netz und seine Vorzüge, um unkompliziert erreichbar und an vielen Stellen zeitgleich präsent zu sein. Aber auf die reale Welt verzichten? Das können und wollen beide nicht.

"Ich schaffe aus schweren Eichenklötzen Bilder", sagt Leschinski. Die könne sie zwar im Internet abbilden, aber Farbe, Gewicht, Geruch und Haptik, die "naturgemäß eine große Rolle spielen", könne das Netz eben nicht ersetzen. "Es ist mindestens genauso wichtig, Arbeiten in Galerien auszustellen, wie Objekte im Internet zu verkaufen."

"Man kann Offline nicht einfach ersetzen", sagt auch Stefanie Schairer. Der Unterschied beim Kontaktepflegen sei einfach zu groß. "Beim Austausch zwischen zwei Menschen passiert ja noch so viel mehr. Ja, das Netz ist notwendig, es ist effektiv. Aber ich würde damit nie persönliche Kontakte ersetzen."

Download
Spar's dir!   Neon
01.04.2015

Geschmack beweisen

Man kann sein Geld auch an die Wand hängen, und damit unter Umständen ein einträgliches Geschäft machen. Der Wirtschaftsprüfer Deloitte hat ermittelt, dass die Preise für zeitgenössische Kunst seit dem Jahr 2000 im Schnitt jährlich um fast zwölf Prozent gestiegen sind. Keine schlechte Rendite- allerdings weiß niemand, welche Künstler im Wert steigen werden und welche nicht. Deshalb empfehlen Experten Anfängern auch stets, Bilder nach dem eigenen Geschmack zu kaufen. Niemand sollte sich ein hässliches Bild an die Wand hängen, nur weil er glaubt, dass es irgendwann einmal im Wert steigen könnte. Worauf ist noch zu achten? Lebende Künstler sind in der Regel erschwinglicher als bereits verstorbenen, solche die eine Akademie besucht haben, erfahren häufiger eine Wertsteigerung als Autodidakten. Kauft man in Galerien bezahlt man zwar 45 bis 60 Prozent Aufpreis, den der Galerist einstreicht – dafür bekommt man im Gegensatz zu einer Kunstauktion (wo die Provision zwischen 10 und 25 Prozent beträgt) aber auch eine Beratung. Erschwinglicher geht es bei Großanbietern wie der Galerie Lumas oder der Website startyourart.de zu. Auch bei der Affordable Art Fair, die im November in Hamburg stattfindet, darf kein Bild mehr als 7500 Euro kosten. Wer sich nicht festlegen will, hat auch die Möglichkeit, in Kunstfonds zu investieren. Mit dem Geld zahlreicher Anleger werden dort von Experten Kunstwerke gekauft bei denen eine Wertsteigerung zu erwarten ist. Der Nachteil: Die Kunst schmückt nachher nicht die Wohnung, sondern liegt in einem Banktresor.

Text: Christoph Koch

Download
Vom Social Network bis zur Video-Auktion. Kunstbranche breitet sich im Mitmach-Web aus   ONEtoONE
28.01.2013

Kunst immer so viel wert, wie jemand bereit ist, dafür zu bezahlen. Dieser Binsenweisheit folgend, werden Kunstwerke und Antiquitäten oft versteigert, weil es schwer ist, Festpreise zu setzen. Im Dezember letzten Jahres fand die „erste behördlich genehmigte Kunstauktion mit lizensierten Auktionatoren im Internet statt“, sagt Alexander Zacke. Alles, was zuvor im Internet stattfand, sei keine „echte Auktion“ gewesen. Zacke hat dafür Auctionata.com gegründet, nachdem er zehn Jahre lang Kunst bei Ebay vertrieben hat. Auctionata ist das „einzige Online-Auktionshaus, das regelmäßig Auktionen zu bestimmten Themen und Objekten live streamt, die genehmigt und interaktiv sind“, so Zacke. 2012 fanden die Video-Auktionen drei Mal statt. Diese seien so erfolgreich gewesen, dass das Unternehmen nun ein eigenes TV-Studio unterhalte (siehe Foto), das auch von Bietern besucht werden könne. Zacke folgt dem Prinzip „source locally, sell globally“: Die Verkäufer stammen zu 100 Prozent aus der D-A-CH-Region. Bieter und Käufer kämen von vier verschiedenen Kontinenten. Bei der ersten Auktion sei ein Gesamterlös von 350.000 Euro erzielt worden. Mittlerweile finden die Auktionen, an denen Auctionata per Provision verdient, regelmäßig pro Woche statt.

Auktionen für Profis, Shop für Amateure

Professionelle Kunsthändler können ihre Werke bei Auctionata auch über einen Web-Shop verkaufen, der als Handelsplatz dient. „Wir wählen die Händler nach strengen Kriterien aus“, sagt Zacke. Im Shop wird zum Festpreis verkauft, auch hier fließen Provisionen. Die Kommunikation im Web verläuft nur über Auctionata, das Unternehmen beantwortet die Kundenanfragen selbst. „Wir stellen uns nicht in den Weg, wenn Käufer und Verkäufer direkt miteinander sprechen, fördern dies aber auch nicht aktiv. Nur so können wir die Echtheit der Objekte garantieren“, sagt Zacke. Im Shop seien, im Gegensatz zu den Auktionen, viele Privatkäufer unterwegs, „die noch nie zuvor Kunst gekauft haben“. Das Unternehmen versendet die Produkte über das eigene Lager zu den Kunden nach Hause. Das sei eine der Hauptleistungen von Auctionata, sagt Zacke. Laut Firmenangaben liegt die Retourenquote bei 3,5 Prozent. Bis Ende 2014 will Zacke mit Auctionata einen Marktanteil von 15 Prozent erreichen. Er strebt eine jährliche Warenakquise von 400 Millionen Euro an. Das Unternehmen wird unter anderem von E-Ventures und Holtzbrinck Ventures unterstützt.

Portale für die Nische und die Masse

Online-Auktionen sind nicht neu. Ebay führte das Prinzip schon Ende der 90er Jahre ein. Da Auktionen vor allem aus dem Handel mit Kunstwerken und Antiquitäten bekannt sind, ist der Übertrag von Galerien und Kunst ins Web ein logischer Schritt. Mit Artnet.com ist beispielsweise ein Portal online, das nach eigenen Angaben 173.000 Arbeiten von 37.000 Künstlern präsentiert und auch versteigert. Andere Portale wie Startyourart.de konzentrieren sich auf Werke von Nachwuchskünstlern und Studenten (siehe Tabelle im Anhang).

Social Networks für die Branche

Der Erfolg von Social Networks ist offenbar ebenfalls auf die Kunstbranche übertragbar. Ende des Jahres 2011 ist My-artmap.com online gegangen. Das Ziel der Seite sei es, so Gründer Stefan Sebök, allen Kunstbeteiligten, also Künstlern, Kunstinteressierten, Käufern und Verkäufern, eine gemeinsame Plattform zu geben. Wie bei Facebook ist es jedem möglich, ein kostenfreies Profil zu erstellen, andere Kunstinteressierte als Freunde hinzuzufügen und gegenseitig in Kontakt zu treten. Künstler präsentieren ihre Werke, Händler ihre Ware, und Verbraucher erhalten zudem News und Termine aus der Branche, die von einer Redaktion beziehungsweise von Usern selbst veröffentlicht werden. Seit November 2012 ist auch ein Shop-System online. Händler können einen personalisierten Web-Shop erstellen und ihre Ware zum Festpreis (oder auf Anfrage) anbieten. Dabei gibt es zwei Verdienstmöglichkeiten für My-artmap.com (Investor: Plumedia): Händler entscheiden sich entweder für ein Provisionsmodell oder für einen jährlichen Pauschalbetrag, bei dem sie so viel verkaufen dürfen, wie sie wollen. „Der Pauschalbetrag wird vornehmlich von großen Händlern bezahlt, die Provisionsvariante eher von jungen Künstlern“, sagt Sebök. „Unser Alleinstellungsmerkmal ist der Austausch zwischen Profis und Anfängern“, fügt er hinzu. Aktuell habe des Netzwerk 6.500 registrierte Nutzer und bei Facebook bereits 22.000 Fans. (db)
www.onetoone.de/Kunstbranche-breitet-sich-im-Mitmach-Web-aus-23101.html

Download
6 Fragen an Jenny Seul   Münchner Merkur
22.11.2012


Mit junger Kunst Gutes tun
Zusammen mit dem Hard Rock Cafe veranstaltet das Online-Auktionshaus
„Start your art“ von Jenny Seul einen Versteigerung
für den guten Zweck: AM Sonntag, 25.- November, wird das
Café am Platzl ab 10.30 Uhr zum Auktionshaus und
unterstützt mit den Erlösen ein Münchner
Waisenhaus und das Ambulante Kinderhospiz.


Welche Künstler
machen bei der Aktion mit?


38 Künstler meines Online-Auktionshauses haben Werke
gespendet. Sie alle sind vielversprechende junge Künstler, die
noch am Anfang ihrer Karriere stehen. Zum Teil sind es Studenten oder
Absolventen einer Kunstakademie. Es sind auch einige Münchner
Künstler dabei.

Um was für eine
Art von Kunst handelt es sich?


Es sind ganz unterschiedliche Stile und Richtungen vertreten
– von abstrakt bis gegenständlich ist alles dabei.
Die Auswahl wird groß sein. Zeichnungen, Gemälde,
Druckgraphiken und Stickbilder können ersteigert werden.
Insgesamt drehen sich alle 40 Kunstwerke rund um die Themen Musik,
Rock’n’Roll und Jugendkultur.

Wieviel Geld muss man
mitnehmen, wenn man eines der Kunstwerke ersteigern will?


Das günstigste Startgebot liegt bei 35 Euro und das teuerste
bei 350 Euro. Im Durchschnitt werden die Werke mit etwa 100 Euro
aufgerufen.

Wie ist es zu dem
Projekt gekommen?


Der erste Kontakt zum Hard Rock Cafe ist entstanden, als das
Café mich beauftragt hat, ein Werk von Eric Mack auf meiner
Seite zu versteigern. Es ist im Rahmen der Ausstellung „The
Art of Hard Rock“ entstanden. Bei dem Treffen wurde
schnellklar, dass wir auch in Zukunft zusammenarbeiten wollten. Nach
und nach ist dann die Idee aufgekommen, dass wir uns mit einer Auktion
für den guten Zweck engagieren könnten.

Kann jeder zu der
Auktion kommen?


Ja natürlich. Jeder ist uns herzlich willkommen – es
geht ja um einen guten Zweck. Die Auktion wird übrigens von
Eva Brendel vom Schwabinger Auktionshaus Ursula Nusser professionell
geleitet.

Normalerweise
versteigern Sie nur im Internet.


„Start your Art“ gibt es nun schon seit zwei
Jahren. Dies ist jedoch die erste Live-Auktion. Außerdem ist
es schön zu sehen, dass man mit Kunst Gutes tun und anderen
helfen kann. Ich freue mich schon sehr.

Interview: Christina
Hertel




Download
Metropolis. Event-Guide Hamburg   Grazia
29.03.2012

Pop-up-Galerie. Bis zum 22.04. können Fashionistas im Stefanel Store (Neuer Wall 59) gleichzeitig shoppen und die Werke junger Künstler aus dem Online-Auktionshaus start youar rt bewundern. Wie praktisch! Startyourart.de

Download
Stefanel-Event. Pup-up-Art   Grazia
29.03.2012

Die Künstler vom Onlineshop startyourart.de waren überrascht, wie groß der Andrang bei der Vernissage „Fashion goes Art“ im Stefanel-Store auf dem Neuen Wall war.
Ehrengast: Auch Eleonora Stefanel. Die Tochter des Label-Eigentümers Giuseppe Stefanel, war mit dabei und ganz begeistert von Hamburg den Leuten und er Kunst!

Download
Signora Stefanel liebt Mode und Kunst   Hamburger Morgenpost
23.03.2012

Promi-Party am Neuen Wall.
Mode- und Kunstparty gestern in der City: Eleonora Stefanel (30) (Foto), Tochter des gleichnamigen Italo-Mode-Imperiums, lud zahlreiche Promis zur Vernissage. Zusammen mit dem Online-Auktionshaus "Start your Art" werden im Stefanel-Shop am Neuen Wall Bilder, Skulpturen und Street Art aufstrebender Künstler gezeigt. Dana Schweiger u.a. schauten vorbei.

Download
Kompass. Die Ordnung der Dinge   Playboy
11.11.2011

Die Website www.startyourart.de fördert talentierte, aber noch unbekannte Künstler, indem sie deren Werke versteigert. Wenn Sie Mono Lisas Lächeln nur zum Gähnen bringt, können Sie hier die Kunststars von morgen entdecken – und nebenbei noch zum Mäzen werden.

Download
start your art   Junge Kunst
01.11.2011

Start your art ist als erstes Online-Auktionshaus für junge Kunst vor einem Jahr an den Start gegangen und blickt nun schon auf erfolgreiche Verkäufe zurück. Wer Absolventen deutscher Kunsthochschulen und Akademien finden will, wird hier fündig. Für das kommende Jahr sind Ausstellungen der angebotenen Werke sowie ein Blog geplant, um mehr Informationen über die Künstler zu vermitteln.

Download
Start Your Art: Online-Auktionshaus für neue Talente   www.schoener-wohnen.de
08.09.2011

Das Online-Auktionshaus Start Your Art wurde von der Münchner Kunsthistorikerin Jenny Seul ins Leben gerufen. Per Klick lassen sich Werke junger Künstler ersteigern und neue Talente entdecken. So ebnet Seul unbekannten Künstlern den Weg in den Kunstmarkt.
Spezialisiert auf: Moderne Kunst junger Künstler.
Das gibt's: Druckgrafiken, Kollagen, Zeichnungen, Malereien, Fotografien, Skulpturen und Installationen.
Produkt-Beispiel: "Hundstag" von Julia Benz, 25 x 25 cm, gerahmte Zeichnung, Startgebot 280 Euro.
www.startyourart.de

Link: http://www.schoener-wohnen.de/dekorieren/bilder-aufhaengen/205567-bildmotive-online-kaufen-5.html#show

Download
Design made in Germany: Start your Art   www.designmadeingermany.de
08.09.2011

Raum für Kunst zu bieten ist das Ziel des neuen Online-Auktionshauses start your art, in dem junge Künstler ihre Werke unkompliziert einer breiten Öffentlichkeit präsentieren und meistbietend versteigern können.

6grad51DESIGN begleitet start your art von Beginn an und entwickelte für alle Kommunikationsmedien die grundlegenden Gestaltungsparameter. Die Idee, jungen Künstlern einen Raum zu geben, bildet die konzeptionelle Basis für das gesamte Corporate Design. Das aussagekräftige Logo sowie sämtliche Printmedien spielen mit der raumgebenden Dreidimensionalität. Bei der Gestaltung des Online-Portals legte 6grad51DESIGN großen Wert auf ein nutzerfreundliches und funktionales Design, das die Kunstwerke in den Vordergrund stellt. Über die Funktion „Kunst Suche“ können Interessenten nach unterschiedlichen Kunsttechniken und -richtungen suchen. Weiteren „Auktions-Komfort“ bietet die Möglichkeit, alle Werke jeweils in einem dreidimensionalen Raum abzubilden – sozusagen im potenziellen Käufer-Wohnzimmer. Das Portal bringt somit talentierte Künstler und kaufwillige Kunstliebhaber virtuell unter ein Dach.

Konzept und Gestaltung: 6Grad51Design, Köln
Code: Oliver Specht

Download
Frisch am Markt   artefakt. Zeitschrift für junge Kunstgeschichte und Kunst
19.08.2011

Jüngst hat ein Auktionshaus für junge Kunst online eröffnet. ‘‘start your art’‘ hilft jungen Künstlern, auf dem schwer zugänglichen Kunstmarkt Fuß zu fassen. Mit artefakt sprach die Gründerin Jenny Seul über ihr Konzept, die Männerdomäne Kunstmarkt und das Xing für Künstler.
Die Fragen stellte Vera Dietel.
Studium der Kunstgeschichte und Philosophie in Heidelberg.

Vera Dietel: Sie haben einen Magister im Fach Kunstgeschichte, haben jahrelang auf dem Kunstmarkt gearbeitet und nun ein eigenes Unternehmen gegründet. Was war Ihre Motivation für die Gründung von ‘‘start your art‘‘?

Jenny Seul: Während meiner Zeit am Kunstmarkt habe ich viele Beobachtungen machen können. Mir ist aufgefallen, dass sich immer wieder junge Künstler an Auktionshäuser oder den Kunsthandel wenden, um ihre Werke dort zu platzieren. Da traditionelle Auktionshäuser – im Gegensatz zu Online-Auktionshäusern – per Handelsgesetzbuch nur Werke verkaufen können, die bereits einmal gekauft wurden, haben junge Künstler keine Chance dort hineinzukommen. Natürlich versuchen es viele bei Galerien, aber dort ist es ebenfalls äußerst schwierig, einen Platz zu ergattern. Außerdem sind die Konditionen bei Galerieverträgen für die Künstler nicht immer attraktiv.
Eine andere Beobachtung habe ich in meinem Bekanntenkreis gemacht: Viele junge Leute, die zum ersten Mal ihre eigene Wohnung beziehen, beispielsweise nach dem Auszug aus einer Wohngemeinschaft, wollen Kunst für ihre neuen Räumlichkeiten kaufen. Doch haben die meisten Berührungsängste, wenn es um Galerien geht. Zudem besuchte ich diverse Charity-Auktionen, beispielsweise an der Kunstakademie München. Dort werden einmal im Jahr Werke von Studierenden versteigert, es wurden restlos alle Werke verkauft.
Diese drei Beobachtungen wollte ich miteinander verknüpfen. Dazu kam, dass die Konditionen für Kunsthistoriker, die auf dem Kunstmarkt arbeiten, dürftig sind. Die Überlegung war also, bewerbe ich mich wieder einmal für einen anderen Posten und hoffe das Beste, oder setze ich endlich meinen Traum um? Die Entscheidung war schnell getroffen.

Vera Dietel: Wie sieht dieser Traum aus, den Sie mit ‘‘start your art‘‘ umsetzen?

Jenny Seul: Mit Kunst und allem was dazugehört zu tun zu haben: Kunst entdecken, junge Künstler fördern und Talenten helfen. Daraus ziehe ich momentan die meiste Zufriedenheit. Mir geht es um ein Konzept, das alle Seiten zufrieden stellt, denn das ist auf dem Kunstmarkt oft nicht der Fall. Dort geht es nicht immer fair zu.

Vera Dietel: Besteht momentan in traditionellen Einrichtungen überhaupt die Möglichkeit für junge Kunsthistoriker mitzuentscheiden und Einfluss auf Tendenzen in der Kunst zu nehmen?

Jenny Seul: Es ist schwierig, in einem traditionellen Umfeld seinen eigenen Weg zu gehen. Ich sehe viele gute Leute, sei es im Auktionshaus oder im Museum als Volontäre, die viel Potential und Ideen haben, aber nicht dazu kommen, diese umzusetzen. Oft führen die Vorgesetzten ihre altbewährten Konzepte weiter und räumen der nächsten Generation keinerlei Spielraum ein. Sie trauen ihnen nichts zu, viel Potential geht verloren.

Vera Dietel: Bis jetzt zeigen wenige Unternehmen eine Reaktion auf Ihr Konzept. Werden Sie bereits als Konkurrenz wahrgenommen?

Jenny Seul: Das ist zum einen schwer zu sagen, da wenige Berührungspunkte zu diesen Unternehmen bestehen. Zum anderen ist es natürlich ein Vorteil, unterschätzt zu werden. Man kann vieles angehen, ohne dass man zu sehr unter Beobachtung steht. Obwohl ich bereits mitbekomme, dass wir beobachtet werden.

Vera Dietel: Wirkt Ihr Konzept der undurchsichtigen Bewertung beziehungsweise Selektion von Kunst durch einige wenige einflussreiche Größen entgegen?

Jenny Seul: Ich denke, es ist mittlerweile nicht mehr ganz so undurchsichtig, wie es noch vor zehn oder sogar fünf Jahren der Fall war. Inzwischen gibt es Datenbanken, wie artnet.de oder artprice.com, die zwar kostenpflichtig sind, aber dem Interessierten eine Möglichkeit bieten, Preisentwicklungen auf dem Kunstmarkt nachzuvollziehen. Ich folge dieser Tendenz.
Bei ‘‘start your art‘‘ ist es allerdings ein wenig anders. Die Künstler, die wir verkaufen, sind alle frisch am Markt, das heißt es gibt noch keinerlei Vergleichspreise. Zwar hat der eine oder andere bereits etwas verkauft und weiß, was er verlangen kann, aber es ist doch etwas anderes, wenn man einen Künstler verkauft, der bereits seit mehreren Jahren gehandelt wird.

Vera Dietel: Woher rührt Ihr Interesse an der Beschäftigung mit unbekannter junger Kunst?

Jenny Seul: Ich möchte gerne zwei Gruppen miteinander verknüpfen: die talentierten jungen Künstler und die jungen Leute, die Kunst kaufen möchten und oft im gleichen Alter wie die Künstler sind. Dies soll für alle Seiten gewinnbringend verlaufen. Es freut mich auch, wenn einer unserer Künstler von einer großen Galerie entdeckt wird. Das ist zum einen gut für den Künstler, zum anderen gut für ‘‘start your art’‘. Es trägt natürlich zum Renommé unserer Firma bei, wenn dieser Künstler bei uns angefangen hat.

Vera Dietel: Bei Laien und Kennern herrscht im Moment das Bedürfnis nach einem Ausweg aus dem Chaos, das zur Zeit in der Kunst herrscht. Vor allem seit der von Bice Curiger kuratierten Biennale in Venedig ist die Verwirrung groß. Der Besucher wird überschwemmt mit Kunst. Ist Ihr Angebot nicht weiteres Futter für diese Überfüllung?

Jenny Seul: Wir haben einen engen Rahmen. Zur Zeit sind 33 Künstler in unserer Kartei und wir haben beschlossen, nicht mehr als fünfzig Künstler auf der Website zu präsentieren. Dabei wird es auf Rotation hinauslaufen. Im Moment haben wir beispielsweise einen Künstler, der im Oktober eine große Ausstellung hat und deshalb zu dieser Zeit keine Bilder bei uns zeigen wird. Das heißt, hier würde vorübergehend ein Platz frei.
Mir ist es wichtig, dass die Anzahl an Künstlern überschaubar bleibt. Ich möchte wissen, wer mich gerade anruft. Das Konzept fußt auf Vertrauen, das geht von der Abwicklung des Kaufes bis hin zu Transport und Versand.
Ein Gegenbeispiel wäre Saatchi-online, eine Art Xing für Künstler. Hier ist die Zielsetzung eine andere, hier geht es mehr um Networking, was das riesige Konglomerat an Kunst bedingt. Ein unerfahrener Käufer wird hier allerdings nur schwer fündig werden.

Vera Dietel: Zu einer Existenzgründung gehört viel Mut und noch mehr Arbeit. Eine Frau zu sein, macht es nicht gerade einfacher – dieses Stereotyp existiert noch immer. Was sind Ihre Erfahrungen?

Jenny Seul: Das war vor allem bei Bankgesprächen sehr interessant. Ich bin zu einigen Terminen zusammen mit meinem Partner gegangen, der als Informatiker die Programmierung meiner Seite betreut. Wir hatten vorher abgesprochen, dass ich mein Konzept vorstelle und präsentiere und er nur für Fragen technischer Details zur Verfügung steht. Bei einem Gespräch wandte der Banker sich immer nur an meinen Partner, obwohl ich alle seine Fragen beantwortete. Das ist ein ganz typisches Beispiel.

Vera Dietel: Was geben Sie jungen Kunsthistorikerinnen mit auf den Weg?

Jenny Seul: Ich weiß nicht, ob es gut ist, wenn die Frauen sich ein ‘‘männlicheres‘‘ Verhalten zulegen. Ich habe oft erlebt, dass eine Frau, die etwas eingefordert hat, einfach ersetzt wurde, es sind ja genug andere da. Wahrscheinlich macht es einfach die richtige Mischung.
Praxiserfahrung ist gut. Ich habe im Studium hauptsächlich gelernt, wissenschaftlich zu arbeiten. Das ist natürlich wichtig und hilft mir auch heute noch bei vielen Dingen. Doch das nötige Know-How, um im Kunsthandel zu bestehen, habe ich erst im Beruf erlernt. Zumal gerade der Kunsthandel an Hochschulen zumeist ausgeblendet wird.

Download
Die Kunstbieterin   wiwo.de - Das Portal der Wirtschaftswoche
11.08.2011

Jenny Seul hat mit dem Unternehmen ''Start your Art'' ein Online-Auktionshaus für junge Kunst geschaffen. Was ein wenig nach Ebay klingt, ist eine Marktlücke - da ist Seul sicher. Trotzdem musste sie lange zittern, ob der Start gelingt.

Jenny Seul hat ihre Leidenschaft zum Startup gemacht: Kunst. Früher zeichnete sie, studierte dann Kunstgeschichte und arbeitete im Kunsthandel. Dabei fiel ihr auf, dass es einerseits viele gute Künstler gibt, die ihre Kunst gerne in Auktionshäusern versteigern und in Galerien ausstellen würden, aber dort keinen Platz finden - und andererseits viele Menschen, die sich gerne gute Kunst kaufen würden, aber selten in Galerien danach suchen. Als sie dann noch feststellte, dass die Karriereperspektiven im Kunsthandel eher schlecht sind, gründete sie ein eigenes Unternehmen. Name: Start your Art.
Jenny Seul ist überzeugt, mit ihrem Startup eine Marktlücke entdeckt zu haben. Auf ihrer Internet-Plattform können Künstler anspruchsvolle Kunst versteigern - auch von solchen Malern und Bildhauern, die vorher noch kein Werk verkauft haben. Das Geschäftsmodell klingt zwar erstmal ein wenig nach Ebay, unterscheidet sich davon aber deutlich (siehe Grafik). Zunächst einmal läuft eine Auktionen erst an, wenn jemand ein Gebot abgegeben hat; dann läuft sie genau sieben Tage und endet stets um 20 Uhr. Außerdem soll es auf Start your Art nur hochwertige Kunst zu kaufen geben, deswegen müssen sich die Künstler bei Seul bewerben.
''Das Geschäftsmodell soll nicht in erster Linie über die Zahl der Künstler und Kunstwerke skalieren'', sagt Seul, ''sondern über die Käufer, die gegeneinander auf die Kunstwerke bieten.''
Unter Künstlern stieß Seuls Plattform schnell auf Interesse. Zwar verlangt Seul mehr Provision als Auktions-Portale wie Ebay, aber nach eigenen Angaben nur etwa halb so viel, wie die meisten Galerien und Auktionshäuser einstreichen. Nur die Banken waren schwer zu überzeugen - und das hätte Seuls Pläne fast zunichte gemacht, denn sie brauchte Geld um die Programmierer und Designer ihrer Plattform zu bezahlen. Nach einem halben Jahr und einigen ‘‘unglaublichen Gesprächen” mit desinteressierten Bankberatern hatte sie schließlich Erfolg und erhielt die Zusage für einen fünfstelligen Förderkredit.
Ganz glatt lief der Start dann trotzdem nicht: Die Plattform ging erst im November vergangenen Jahres online - ein halbes Jahr später als geplant. Aber seitdem macht Jenny Seul gute Geschäfte: Sie hat schon 39 Werke verkauft, das teuerste für 1200 Euro. 33 Künstler sind auf ihrer Plattform vertreten, pro Woche erhält sie bis zu 50 Bewerbungen. Ihre ''Spaßkurve'' (siehe Grafik) besteht zwar immer noch aus kleinen Aufs und Abs, zeigt aber insgesamt nach oben.
Eine Festanstellung kann sich Seul heute nicht mehr vorstellen - wohl aber, Kunst auch außerhalb des Internets zu zeigen. ''Eine Offline-Ausstellung zu veranstalten'', sagt die 35-Jährige, ''ist immer noch mein Traum.''

Autor: Jens Toennesmann
Link: http://www.wiwo.de/blogs/gruenderraum/2011/08/11/die-kunstbieterin/

Download
Auktions-Plattform für Kunstinteressierte   rbb, RadioEins
05.08.2011

Junge Künstler haben es gar nicht so leicht, ihre Werke bekannt zu machen und zu verkaufen. Gleichzeitig gibt es genug ratlose Kunstinteressierte, die nicht genau wissen, wo sie das geeignete Bild für ihre Wohnung finden können, ohne dabei zu viel Geld auszugeben. Für beide Seiten – Künstler und Käufer - gibt es jetzt ein Online-Auktionshaus: ''Start your Art'', das sich auf junge Kunst spezialisiert.
Wir sprechen mit der Betreiberin Jenny Seul.

Sprecher: Wer echte Kunst kaufen will, um ein schönes Original übers Sofa zu hängen und kein blödes Poster, dem blieb bisher nur der Gang in die Galerien. Bei ebay etwa ist die Ausbeute bescheiden, die Herkunft nicht selten zweifelhaft und die Preise sind hoch. Wie also kommen Sie ran, an die Bilder junger Künstler, die kaum einer kennt, die aber vielleicht gerade Ihnen gefallen?
Jenny Seul hat sich eine Lösung ausgedacht. Sie ist Kunsthistorikerin und sie hat ein eigenes Online-Auktionshaus für junge Kunst gegründet. Das heißt: start your art.
Guten Tag, Frau Seul.

Jenny Seul: Guten Tag!

Sprecher: In der Galerie ist es ja so: Ich gehe rein und kann mir hunderte von Bildern an der Wand angucken – je nachdem wie viel Lust ich habe, in wie vielen Galerien ich unterwegs bin. Bei so einem Online-Auktionshaus, stelle ich mir’s schwierig vor. Wie läuft das bei Ihnen?

Jenny Seul: Bei uns ist es so, dass wir wechselnd neue Werke auf die Seite bekommen. Es sind zurzeit 33 Künstler. Diese präsentieren bei uns fünf bis zehn Werke. Die kann man sich bei uns in aller Ruhe anschauen; man kann sie sortieren nach verschiedenen Kriterien. Sei es nach Farbe, nach Größe oder einfach nur nach dem Preis. Man kann sie sich maßstäblich in einem Raum angucken, damit man ein Gefühl für die Dimension der Werke bekommt. Oder man hat auch die Möglichkeit, sich verschiedene Detailansichten anzeigen zu lassen oder mit einer virtuellen Lupe die Werke zu erkunden.

Sprecher: Also im Moment sind es bis zu 300 Werke, die Sie auf Ihrer Seite präsentieren. Das sind: Installationen, Skulpturen und Bilder. Nun ist Zeit knapp. Installationen interessieren mich nicht, Skulpturen: habe ich keinen Platz für. Ich brauche nur Bilder. Was tue ich?

Jenny Seul: Sie klicken einfach in unseren Kunstfilter, den Sie am linken Rand finden auf www.startyourart.de. Klicken einfach Fotografie, Gemälde oder Zeichnung an, je nach dem was Sie mehr interessiert und damit haben Sie direkt die Auswahl und können diese auch noch mal gesondert filtern nach bestimmten Kriterien.

Sprecher: Das Angebot erscheint mir relativ klein. Nur 300 Werke zurzeit. Wie kommt das?

Jenny Seul: Also, das Angebot soll auch knapp bleiben. Wir werden schon noch mehr Künstler mit ins Programm nehmen. Aber nicht mehr als fünfzig. Das hat verschiedene Gründe: Zum einen soll das Angebot überschaubar bleiben, man soll nicht von einer Flut von Werken überrannt werden, sondern man soll auch wirklich in Ruhe stöbern können und nicht irgendwo im Nirwana aufhören müssen zu suchen. Und zum anderen ist es so, dass wir schon großen Wert darauf legen, eine Beziehung zu den Künstlern zu haben. Dass man auch wirklich weiß, mit wem man zusammenarbeitet. Dafür ist es aber so, dass die Künstler ihre Werke in regelmäßigen Abständen austauschen.

Sprecher: Wer entscheidet denn welche Werke dort zugelassen werden zur Auktion und welche nicht?

Jenny Seul: Das entscheiden wir. Es gibt verschiedene Kriterien. Natürlich ist Kunst auch immer so eine Sache, die ist immer sehr subjektiv. Es ist so, dass die Werke auch irgendwie in den Rahmen reinpassen müssen, dass es irgendwie ein großes Ganzes ergibt, das sich zusammenfügt. Aber worauf wir auf jeden Fall immer auch schauen ist: Hat der Künstler einen eigenen Stil? Jedoch muss dieser Stil noch nicht ‚fertig‘ sein, denn es sind ja junge Künstler, die noch ihren Weg suchen. Aber wir schauen auch darauf, ob die Werke auch handwerklich gut sind.

Sprecher: Wer wie ich, keine Ahnung hat von Kunst, der kommt manchmal in so eine Galerie rein und stellt fest, da hängt ein Foto, das mich interessiert: Tolles Format usw. und denke, das möchte ich gerne haben! Das nehme ich mit! Dann gucke ich auf den Preis: 10.000 EUR. Das schockiert mich. Das ist vielleicht für den Kunstmarkt oder die Qualität, die angeboten wird, gar nicht viel, aber trotzdem – der Preis spielt ja für ganz viele eine wichtige Rolle, die halt nur Posterpreise gewohnt sind. In welchem Rahmen bewegt sich das denn bei Ihnen?

Jenny Seul: Bei uns ist es so, dass die ersten Werke zwischen achtzig und hundert Euro anfangen und die Grenze nach oben offen ist. Nun ist es ja so, dass wir extra ein Auktionssystem verwenden, um auch die Transparenz zu geben, warum Kunstwerke so viel kosten, wie sie kosten. Es ist schon so, dass die Künstler ihren Startpreis festlegen, in Abstimmung auch mit uns. Die Künstler wissen: Wie viel Zeit habe ich da reingesteckt? Wie viel an Material? Und so legen sie ihren Grundpreis fest. Die Steigerung des Kunstwerks wird dann von der Nachfrage bestimmt und somit ist es für die Künstler, aber auch für die Konsumenten ganz klar, warum ein Kunstwerk so viel kostet, wie es kostet.

Sprecher: Bisher, habe ich gehört, gehen die Preise nur zum Grundpreis weg? Es gibt keine weitere Steigerung, weil keine anderen auf ein Bild bieten. Das liegt daran, dass der Kundenkreis bislang noch klein ist?

Jenny Seul: Das ist soweit nicht mehr richtig. Seit letzter Woche hatten wir die ersten zwei Auktionen – also wirklich Bietgefechte – gehabt, wo bis zu fünf Bietern gegen einander geboten haben. Ich denke, dass mit Zunahme der Bekanntheit und je mehr Leute auf die Seite kommen, die Anzahl der Gebote dann auch zunehmen wird.

Sprecher: Also noch kann man Schnäppchen machen, aber das kann schnell vorbei sein?

Jenny Seul: Ja, das kann schnell vorbei sein!

Sprecher: www.startyourart.de heißt das neue Online-Auktionshaus für junge Kunst. Seit November online und im Moment sind rund 300 Werke dort zu ersteigern. Herzlichen Dank an die Gründerin, die Kunsthistorikerin Jenny Seul.

Jenny Seul: Ja, vielen Dank!

gesendet von: RadioEins, RBB, Freitag, 05.08.2011, 17:10 Uhr
Redaktion: Susanne Wündisch
Sprecher: Stephan Karkowsky
transkribiert von: start your art

Download
Das passende Bild zum Sofa   Süddeutsche Zeitung
02.08.2011

Mit "Start your art" bietet Jenny Seul ein Internetportal für Kunstinteressierte, die den Weg in die Galerie scheuen.

Von Jürgen Moises

München – Die Besucherzahlen sind gut, knapp 30 Werke sind bisher verkauft, und aktuell sind es 1376 Fans auf Facebook. Jenny Seul istFBild mit den Ergebnissen des ersten Halbjahres zufrieden. "Das teuerste Objekt, das bisher verkauft wurde, ist eine Installation von Masakazu Kondo." Die kam für 1200 Euro unter den Hammer. Ansonsten lag die Hemmschwelle bei 300 bis 400 Euro. Da liegt sie aber auch bei vielen anderen Dingen, die im Internet gekauft werden. Damit das potentielle Käuferpublikum Vertrauen in "Start your art" gewinnt (www.startyourart.de) , das erste Online-Auktionshaus für junge Kunst, will Seul eine eigene Referenzseite einführen. Auch wenn ihr Auktionshaus, das seit November 2010 online ist, gute Referenzen hat: kauft denn wirklich jemand Kunst im Netz? Will er nicht das Kunstwerk zuerst sehen, erfahren wie es "in echt" aussieht, wie seine Farben wirken?

"Ich habe bei meiner Arbeit im Auktionshaus festgestellt, dass viele Leute tatsächlich Kunst ab Bildschirm oder Katalog kaufen und sich das Original gar nicht vorher ansehen", sagt die 35-jährige Kunsthistorikern, die jahrelang im traditionellen Kunsthandel gearbeitet hat: zuerst als Volontärin bei einer Firma, die Kunstwerke von Auktionshäusern kauft und an anderer Häuser weiterverkauft; danach beim Auktionshaus Ketterer in München. Damit mögliche Käufer trotzdem einen realistischen Eindruck bekommen, gibt es auf ihrer Website Detailaufnahmen von jedem Kunstwerk und eine Raumansicht.

Die Idee, ein Online-Auktionshaus zu gründen, hat sich laut Seul nach und nach entwickelt. So hat sie von Bekannten gehört, dass sie sich gerne Kunst kaufen würden, aber den Weg in einen Galerie scheuen. "Außerdem habe ich von vielen jungen Künstlern erfahren, dass sie von Galerien abgewiesen werden, weil sie noch keinen Namen haben." Und sie hat gesehen, wie erfolgreich Charity-Auktionen verlaufen können. Aber es gab noch ein weiteres Motiv; Unzufriedenheit, vor allem mit den festgefahrenen Strukturen im Kunsthandel. "Es gab viel Arbeit, aber wenig Geld, und man hat mir zu wenig zugetraut." Dann hat sie bei Ketterer gekündigt.

Seitdem ist sie viel am Telefonieren und E-Mail-Schreiben, ist häufig auf Akademierundgängen oder Messen unterwegs auf der Suche nach interessanten Künstlern. Oder es melden sich Künstler direkt bei ihr. Aufgenommen wird aber nur, wer ihrem Kunsthistorikerinnen-Blick standhält. Außerdem soll das Angebot überschaubar bleiben und nicht so ausufern wie etwas bei www.saatchionline.com. Bisher ist es auch weitestgehend auf den deutschsprachigen Raum beschränkt. Aktuell gibt es gut 200 Kunstwerke von 31 Künstlern zu ersteigern, darunter Gemälde, Zeichnungen, Fotografien, Skulpturen und Installationen-. Das Angebot variiert ständig, da die jeweiligen Arbeiten immer nur für eine begrenzte, mit den Künstlern festgelegte Zeit zu sehen sind. Auch die Mindestgebote werden abgesprochen.

Die Auktionen laufen ähnlich wie bei Ebay, nur gibt es keinen festen Startpunkt, sondern jede Auktion beginnt mit dem ersten Gebot und läuft genau eine Woche. Was auch an Ebay-Auktionen erinnert, ist, dass bei "Start your art" junge Kunst und damit "Neuware" verstigert wird, was im normalen Auktionshandel verboten ist. Im Internet ist das erlaubt, ein Gerichtsurteil zu Ebay hat das entschieden. Bisher ist es allerdings, das gibt sie zu, mangels Nachfrage immer beim ersten Gebot geblieben. Ist das Kunstwerk verkauft, kontaktiert sie den Künstler, übernimmt den Transport und erhält eine vorher vereinbarte Provision. Mit den größten Vorteil ihres Auktionssystems sieht die 35-Jährige in der Transparenz, da man, wenn es tatsächlich zum Wettbieten kommt, am Ende sieht, wie der Verkaufspreis zustande gekommen ist: einfach durch Nachfrage; Je mehr Menschen mitbieten, umso höher wird der Preis. Seul hofft, dass dadurch vor allem junge Käufer angelockt werden, denen die Preise am Kunstmarkt ansonsten vielleicht zu undurchsichtig sind.

Auch mit der Suchfunktion auf der Website will Seul, die das Unternehmen abgesehen von der Programmierung und der Pressearbeit alleine stemmt, den Käufer entgegenkommen. So kann man Technik, Darstellungsart, Abmessungen, Preis oder sogar Farbe auswählen, was sehr pragmatisch ist, aber auch etwas skurril klingt. Doch hat auch hier die Kunsthistorikerin die Erfahrung gemacht, dass Kunst genauso gekauft wird. Das heißt, die Leute suchen für einen ganz bestimmten Ort ein Kunstwerk, oder überspitzt, ein Bild, das zum neuen Sofa passt. Ein anonymer Klick fällt einem in dem Fall sicher leichter, als das einem Galeristen so direkt zu sagen.

Aber auch für die Künstler hat das System Vorteile: sie müssen bei "Start your art" kein Berufskünstler sein, wie es manche Galerien verlangen, dürfen ir Geld auch mit anderen Dingen als mit Kunst verdienen; es gibt außerdem keine Exklusiv-Verträge, das heißt_: Sie können ihre Arbeiten auch woanders zeigen. Stattdessen geben sie Jenny Seul für ein paar Monate das Recht, ihr Kunstwerk auf der Plattform zu präsentieren und wenn möglich zu verkaufen. Klappt das nicht, bekommen sie die vollständigen Ausstellungs- und Verkaufsrechte wieder zurück. Außer ihrer künstlerischen Arbeit müssen sie in "Start your art" also nichts investieren. "Und genau so sollte das auch sein", so die Unternehmerin.

Das klingt tatsächlich pragmatischer, unkomplizierter und auch transparenter als so manches im traditionellen Kunsthandel. Wobei sich Jenny Seul sich gar nicht als dessen Konkurrentin sieht; was auch umgekehrt zu gelten scheint: "Ich glaube, die nehmen mich nicht ernst." Und bisher kann Jenny Seul auch noch nicht von ihrem Online-Auktionshaus leben. Aber wie gesagt: die Zahlen sind gut – mal sehen, was das nächste Halbjahr bringt.

Download
Junge Kunst aus dem Netz   Karriere Welt
23.07.2011

Mit ihrem Auktionshaus Startyourart krempelt Jenny Seul den Kunstmarkt um
Einmal im Jahr geht Jenny Seul auf die Jagd. Dann packt sie ihre Koffer, um von München nach Aachen, Berlin, Köln oder Münster zu fahren. Ihr Ziel sind die Kunsthochschulen Deutschlands, ihre Beute junge Talente, junge Kunst.
Jenny Seul betreibt ein Online-Auktionshaus für Kunst. Startyourart heißt die Plattform, auf der junge Künstler ihre Werke versteigern können. Die Idee ein Auktionshaus speziell für junge Künstler zu gründen, kam der Kunsthistorikerin bei ihrer früheren Arbeit in einem traditionellen Auktionshaus. "Jeden Tag bekam ich massenweise Bewerbungen von jungen Kunststudenten, die ihre Arbeit bei uns verkaufen wollten", sagt sie. Aber um in einem Auktionshaus zu verkaufen, muss das Werk mindestens einmal den Besitzer gewechselt haben. Anfänger, die noch nie etwas verkauft haben, dürfen rechtlich nicht bei einem Auktionshaus verkaufen.
"Bei Online-Auktionshäusern allerdings ist das anders. Dort darf auch Erstmarktware versteigert werden", erklärt sie. Eine Marktlücke, die Jenny Seul nutzte. Sie kündigte ihre Stelle und bastelte am Konzept von startyourart. "Sechs Monate gab es kein anderes Thema mehr für mich. Ich bin morgens aufgestanden und hatte unter der Dusche schon wieder eine neue Idee, die sich bis zum Kaffee wieder veränderte."
Viel schwieriger als das Konzept zu entwickeln sei die Suche nach den Künstlern gewesen. Denn der Idee, ihre Werke über ein Online-Portal versteigern zu lassen, standen viele Künstler anfangs skeptisch gegenüber. Fast immer bekam Seul die gleiche Antwort: Es kommt drauf an, wer noch mitmacht. "Das ist letztlich wie in einer Galerie auch. Man will nicht neben einem Kitschbild hängen auf dem ein Wolf heult." Doch Jenny Seul überzeugte. Mit 23 Künstlern startete sie vergangenen November das Online-Auktionshaus. Mittlerweile stellen 32 ihre Werke bei startyourart vor. Rund 200 Werke können die Käufer ersteigern. Angeboten werden Skulpturen, Fotografien, Zeichnungen, Collagen und Malerei. Das Prinzip ist ähnlich wie bei anderen Auktionen. Der Künstler legt einen Anfangswert fest. Erst wenn ein Interessent das erste Gebot abgibt, beginnt die Auktion und endet genau sieben Tage später. Die Preispanne für ein Erstgebot reicht dabei von 80 bis mehreren 1000 Euro plus Provision für Seul, die sich Käufer und Künstler teilen. Ein Kunstwerk für 80 Euro? Zu günstig findet Jenny Seul das nicht. "Ich sage den Künstlern immer, dass der Erstpreis so sein muss, dass sie auch zufrieden damit sind, wenn nicht mehr geboten wird."
Mit den relativ niedrigen Preisen, hofft Seul auch, die Zielgruppe von startyourart zu erreichen. Wer Glück hat, kann für wenige hundert Euro ein Bild ersteigern. "Mir war wichtig, dass startyourart nicht nur etwas für junge Künstler, sondern auch etwas für junge Käufer ist", sagt Seul. " Es ist doch so: Wenn man die erste eigene Wohnung hat und raus aus der WG ist, will man nicht mehr Ikea-Poster an den Wänden hängen haben. In Galerien gehen junge Leute aber auch nicht so gerne. Da schwingt noch zu sehr das Elitäre mit." Doch auch wenn startyourart nicht elitär sein will, die Künstler sucht Seul sehr genau aus. Wer seine Kunst beim Online-Auktionshaus verkaufen will, wird entweder von Seul direkt angesprochen oder muss sich bei ihr bewerben. Doch welche Kriterien legt sie fest? "Eine gute Vita ist schon toll, ist aber nicht immer das A und O. Die Werke müssen handwerklich gut sein, man muss einen eigenen Stil erkennen." Erst vor kurzem lehnte Seul einen Künstler ab. "Der hatte zwar eine tollte Vita, aber imitierte zu sehr seinen Lehrer." Künstler von bekannten Lehrern abzulehnen ist mutig, bringe ihr aber bei den Künstlern viel Lob ein. Täglich erhält Seul mittlerweile Bewerbungen.
Auf die Jagd geht Jenny Seul trotzdem noch. Zurzeit ist sie wieder in den Kunsthochschulen. Letztes Jahr hat sie an der Kunstakademie in Münster Dana Hilger entdeckt. Die Künstlerin zeichnet auf Holz. Von der ersten Auktion ihrer Bilder hat Hilger ihren Urlaub finanziert. Ein kleiner Schritt auf dem Weg, von der Kunst leben zu können. "Das Online-Auktionshaus soll vor allem ein Sprungbrett sein, start your art eben."
Autor: Nadine Ahr

Download
Netz statt Galerie. Wie junge Künstler nach neuen Vermarktungsstrategien suchen   Zündfunk, Bayern 2
29.06.2011

Luminita Mihailicenco aus Moldawien lebt seit 6 Jahren in München. Dieses Jahr hat sie die Kunstakademie mit einem Diplom verlassen. Von ihrer Kunst leben kann sie aber nicht. Denn wer nicht gerade das Glück hat, bei einem Akademierundgang sofort von einem Galeristen entdeckt zu werden, der muss sich nach anderen Vermarktungswegen umsehen. Etwas, das Luminita schwer fällt.

(Luminita Mihailicenco): Das liegt vielleicht auch am Charakter. Mir gefällt das nicht, mich selber zu verkaufen - als ein ‚Produkt‘. Meine Bilder sind nicht keine ‚Produkte‘. Und ich will nicht ‚produzieren‘, um zu verkaufen. Ich will malen, um zu malen!

Aber von irgendwas muss auch Luminita leben. Also hat sie einen Bürojob. Und, stellt seit kurzem ihre Werke beim ersten deutschen Online-Auktionshaus für junge Kunst aus.
start your art ist vor einem halben Jahr online gegangen. Hier kann man sich durch Werke aus fast allen Bereichen der bildenden Kunst klicken. Angeboten werden hauptsächlich Unikate. Die Startpreise reichen von unter hundert Euro bis hin zu mehreren Tausend. Mit einem Klick gibt man sein Gebot ab, ab da läuft die Auktion 7 Tage bis der virtuelle Hammer fällt.
start your art-Gründerin und Kunsthistorikerin Jenny Seul hat mehrere Jahre im internationalen Kunsthandel gearbeitet. Sie ist dabei immer wieder auf talentierte, noch nicht etablierte Künstler gestoßen, die oft verzweifelt versucht haben, ihre Werke zu verkaufen. Da normale Auktionshäuser aber rechtlich nur ein Markt für Gebrauchtgüter sind, fällt diese Option für sie im Normalfall weg. Und in eine Galerie reinzukommen ist hartes Business. Manchmal kostet es sogar.

Jenny Seul: … das heißt hohe Provisionen, die teilweise auch gerechtfertigt sind, weil Galerien natürlich auch ganz andere Kosten haben als ein Online-Auktionshaus. Es manchmal aber auch so rigorose Sachen, dass zum Beispiel vorgeschrieben wird, dass Künstler sich keinen anderen Lebensunterhalt verdienen dürfen. Außer mit der Kunst. Und da kommen auch viele Künstler nicht mit klar.

(Lumita Mihailicenco): Das ist vielleicht ein bisschen hart gesagt, aber so ein Vertrag für zwei/drei Jahre mit einem Galeristen zu unterschreiben, das ist oft Sklaverei. Eine moderne Sklaverei!

Was natürlich nicht heißt, dass alle Galerien per se schlecht wären. Die Bedeutung von Galerien hat auch in Zeiten des Internet nicht abgenommen, meint Moritz Firchow, Kreativ-Direktor bei arcademi, einer Plattform mit Blog und Shop, auf der sich Designer und Künstler präsentieren können.
Das Internet hilft denen auf die Sprünge, die in der Offline-Welt nicht entdeckt werden oder keine entsprechenden Kontakte haben.

Moritz Firchow von arcademi: Wenn jemand wirklich etwas ganz Tolles macht, dann wird das auch schnell aufgenommen von der Community und wird begeistert weitergebloggt. Und man erlebt nicht selten, dass man einzelne Leute hat, die dann querbeet plötzlich einmal ein riesen Woge um die Welt machen. Und von amerikanischen, japanischen und deutschen Blogs gefeatured werden.

Folgen nach den Internet-Bands wie den Artic Monkeys oder Lily Allen auch die Internet-Maler und -Bildhauer?
Mittlerweile gibt es unzählige Plattformen wie etsy oder dawanda, die neben liebevoll Selbstgemachtem und trashiger Kleinkunst auch Gemälde und Graphiken zeigen und verkaufen. Aber geht man da als richtiger Künstler nicht unter?

(Moritz Ferchow): Man muss schauen, dass man einen hohen Standard zusammenhält an Qualität und auch an ausgesuchten Leuten. Denn das kennt man ja wirklich als Netz-Phänomen, dass da ganz schnell die Menge zulasten der Qualität geht. Und darum haben wir uns darum bemüht, so eine Art Support- oder Mentoren-Team zu finden, was uns in der Entscheidung der Leute, die wir zulassen, unterstützt.

Und noch einen Vorteil hat die Kunst im Netz, sagt Kunsthändlerin Jenny Seul:

(Jenny Seul): Selbst mir als Kunsthistorikerin geht es so: Wenn ich einen Galerieraum betrete: Man kommt rein und fühlt sich irgendwie beobachtet. Man ist meistens allein in einem Raum. Man hat das Gefühl, man kann nichts dazu sagen, wenn man angesprochen wird. Man hat auch meistens keine Idee, was kosten die Werke, die dort an der Wand hängen? Und dann ist es auch so, dass sich die meisten Galerien noch immer mit dieser Sphäre des Elitären umgeben.

Vielleicht hilft das Netz dann auch Luminita Mihailicenco um ihren Bürojob bald an den Nagel hängen zu können.

Produziert für die Sendung Zündfunk von Bayern 2
Autorin: Ann-Kathrin Mittelstraß
Gesendet am 29. Juni 2011
Transkribiert von start your art


Download
Geniale Ideen. 3, 2, 1 ... KUNST!   ELLE
20.04.2011

Newcomer habe es bekanntlich schwer. Wie es Maler, Designer oder Musiker trotzdem schaffen, auf sich aufmerksam zu machen? Mit kreativen Vermarktungsstrategien, die selbst schon eine Kunst für sich sind…

3, 2, 1 … KUNST!
Start your art: Kunst gibt’s hier nicht unter dem Hammer, sondern per Klick. In dem Online-Auktionshaus kann man Werke unbekannter Künstler ersteigern. Und junge Talente entdecken! Mindestgebote: 80 bis 10 000 Euro. Hinter dem Start-up steht die Münchner Kunsthistorikerin Jenny Seul. www.startyourart.de

Download
Das Auktionsportal über start your art   MyAuktionen.de
11.04.2011

Start your Art – Das Onlineauktionshaus für junge Kunst, ist eine Auktionsplattform für Werke junger Künstler. Das Angebot reicht von Fotographien über Druckgrafiken, Collagen, Skulpturen bis hin zu Malereien jeglicher Art.
Dabei konzentriert sich das Auktionshaus auf die Werke von Künstlern, die frisch in die Branche einsteigen. Selbstverständlich kann hier nicht jeder seine Ware versteigern, sondern nur ausgewählte Künstler werden aufgenommen.
Bei nahezu allen Objekten handelt es sich um Einzelstücke, oder in ihrer Stückzahl stark limitierte Gegenstände. Die günstigsten Stücke fangen bei ca. 50€ an. Der integrierte Filter hilft, die Kriterien bei der Suche genauestens einzuschränken. Sollte man mit der Ware nicht zufrieden sein, hat man 14 Tage Rückgaberecht.

Download
Kunst per Klick   Das Haus
01.04.2011

Ob Gemälde, Grafik oder Skulptur – das erste deutsche Internet-Auktionshaus für junge Kunst bietet ausgesuchte Werke an, die Nachfrage bestimmt den Preis.
www.startyourart.de

Download
Bilder per Mausklick   Focus
14.03.2011

Startyourart.de ist ein neues Internet-Auktionshaus für junge Kunst. Die Netz-Galerie zeigt derzeit circa 200 Werke. Darunter sind Gemälde, Grafiken, Zeichnungen, Skulpturen, Installationen und Fotografien. Die Kunstschaffenden kommen in der Regel frisch von der Akademie oder Kunsthochschule und haben sich noch keinen Namen am Markt erarbeitet. Einige Werke werden bereits für ein Mindestgebot von 80 oder 90 Euro angeboten. Für die Kugelschreiberzeichnung „Kingyo, Rot und Weiß“ von Masakazu Kondo (Bild oben) gilt jedoch ein Mindestgebot von 1200 Euro.

Die 35-jährige Kunsthistorikerin Jenny Seul aus München gründete das Projekt um Künstler und Konsument auf moderne Weise zusammenzubringen. „Viele junge kunstinteressierte Menschen meiden herkömmliche Galerien wegen der sterilen Atmosphäre“, erklärt Seul. Wer Originale liebt und keinen Wert auf große Namen legt, kann auf dem Portal interessante Entdeckungen machen.

Focus 11/2011, S. 111, 14.03.2011

Download
Junge Kunst aus dem Netz   www.welt.de
09.03.2011

Kunst im Internet zu verkaufen ist nicht neu. Neu aber ist das Angebot eines Münchner Start-up, das Nachwuchskünstlern, die in der Szene noch keinen Namen haben, über ein Online-Auktionshaus Zugang zum Kunstmarkt verschaffen will.
"Startyourart.de" heißt die Website des Projekts. Die Kunsthistorikerin Jenny Seul bietet dort momentan knapp 200 Werke von 27 Künstlern an. Bei ihnen handelt es sich überwiegend um Studierende und Absolventen von Kunsthochschulen und Akademien, aber auch um Autodidakten. Neben Gemälden und Grafiken werden Zeichnungen, Skulpturen, Collagen, Fotografien und Installationen angeboten. Wie bei anderen Online-Auktionen finden sich auch auf dieser Website Mindestgebote für die einzelnen Werke. Die Preise liegen zwischen 80 und 10 000 Euro. Liegt ein erstes Gebot vor, beginnt eine siebentägige Versteigerungsfrist. "Start your art" übernimmt anschließend den Zahlungsverkehr und den Versand. Bilder der versteigerten Werke bleiben samt Verkaufspreis weiter zur Ansicht auf der Seite stehen. Diese Information zeigt späteren Interessenten die Dynamik des Marktes. Details und erklärende Texte zu den Kunstwerken sowie Biografien der Künstler liefern dem Besucher der Web-Galerie weitere Informationen.
Sammler, die den Gang in Galerien scheuen oder keinen Kontakt zu Künstlern haben, finden auf der neuen Website einen ersten barrierefreien Zugang zur zeitgenössischen Szene. Künstlern ohne Marketingwissen öffnet die Plattform eine Tür in den Markt.
Jürgen Stüber, http://www.welt.de/print/welt_kompakt/webwelt/article12744748/Junge-Kunst-aus-dem-Netz.html

Download
Interview mit Jenny Seul   www.foerderland.de
07.03.2011

"Auf diese Weise bietet start your art den risikofreien Ankauf hochwertiger Kunst zu transparenten fairen Preisen"
Ein Online-Kunstauktionshaus für den Erstmarkt - das ist start your art. Hier können noch unbekannte und vielversprechende Talente aus dem Bereich der bildenden Künste ihre Werke einem breiten Publikum anbieten und präsentieren. Und wie hilfreich das Auktionshaus wirklich für einen Künstler ist, erzählt die Gründerin Jenny Seul heute im Interview mit förderland.
förderland: Frau Seul, stellen Sie sich doch bitte unseren Lesern vor … Sie sind studierte Kunsthistorikerin und seit 2010 Unternehmerin...

Jenny Seul: Ich habe an der RWTH Aachen Kunstgeschichte und Germanistik studiert. Mein Interesse galt schon früh der zeitgenössischen Kunst.
So habe ich bereits während des Studiums gemeinsam mit Kommilitonen Ausstellungen für junge Künstler organisiert. Anschließend habe ich u.a. bei der Weng Fine Art AG in Krefeld gearbeitet, ein Kunsthandelsunternehmen im B2B-Bereich. Hier hatte ich Kontakt zu allen relevanten nationalen und internationalen Kunstauktionshäusern. Da die Weng Fine Art – zumindest von der Mitarbeiterzahl - ein recht kleines Unternehmen ist, habe ich als Assistentin der Geschäftsführung dort alle Aspekte des Kunsthandels von Grund auf mitbekommen und mitgestaltet: von der richtigen Präsentation von Kunstwerken, über Logistik, Taxierung und Vertragsgestaltung bis hin zu IT-gestützten Geschäftsabläufen. Ich habe aus dieser Zeit viele Dinge und Erfahrungen mitgenommen, auf die ich heute tagtäglich zurückgreifen kann.

Welche Eigenarten bringt gerade der Kunstmarkt für ein Start-up mit sich?
Seul: Auf dem klassischen Kunstmarkt wird Kunst hauptsächlich über Galerien und Auktionshäuser vertrieben. Dabei darf in Auktionshäusern in der Regel lediglich "Zweitmarktware" versteigert werden. In Bezug auf Kunst bedeutet dies, dass dort keine Werke direkt vom Künstler eingeliefert werden dürfen. In Galerien hingegen finden auch Werke ihren Absatz, die "frisch" aus dem Atelier kommen. Doch einen eigenen Galeristen zu finden, der zudem auch für den Künstler interessante Konditionen anbietet, gestaltet sich meist sehr schwierig. Diese Strukturen spiegeln sich in etwas abgewandelter Form im Internet wieder: Da gibt es die Virtuellen Galerien, die sowohl zum Erstverkauf als auch zum Wiederverkauf genutzt werden und es gibt Online-Auktionshäuser, in denen analog zum klassischen Auktionshaus "gebrauchte" Kunst versteigert wird. Da eine Online-Auktion keine Versteigerung im eigentlichen Sinn darstellt, dürfen Künstler ihre Werke auch ohne Umwege anbieten. Und hier kommen wir: Dass es noch kein relevantes Online-Kunstauktionshaus für den "Erstmarkt" gibt, scheint bisher übersehen worden zu sein.
Und für uns bedeutet dies natürlich eine Nische, die wir nutzen können. Denn als Jungunternehmer seinen Platz in der historisch gewachsenen und starren Struktur des Kunstmarkts zu finden, ist ohne den entsprechenden familiären oder finanziellen Background nahezu unmöglich.

Was bieten Sie ihren Kunden mit "start your art"?
Seul: Wir bieten mit start your art ein Online-Auktionshaus, indem der Kunde ausschließlich hochwertige Kunstwerke junger (noch) unbekannter Künstler präsentiert bekommt. Dies ist Kunst mit einem einzigartigen Preis - Leistungsverhältnis: Die Künstler, welche meistens von deutschen Hochschulen kommen, sind hervorragend ausgebildet, stellen aber im Gegensatz zu bekannten Größen noch keine "Marken" dar. Alle angebotenen Künstler haben einen Bewerbungsprozess durchlaufen, um die Qualität unseres Portfolios sicherzustellen. Der Verkauf der Werke geschieht mittels Auktion. Da gerade die Preisbildung bei Kunstwerken für den Laien oft schwer nachzuvollziehen ist, bietet sich die Versteigerung als Preisbildungsinstrument an. Darüber hinaus organisieren und versichern wir Transport und Bezahlung der verkauften Werke. Auf diese Weise bietet start your art den risikofreien Ankauf hochwertiger Kunst zu transparenten fairen Preisen.

Sie nehmen den Künstlern Marketingmaßnahmen, Kundenakquise, Versicherung und Transport ab. Rentiert sich das? Wie genau sieht Ihr Geschäftskonzept aus?
Seul: Genau. Es ist natürlich effektiver und einfacher, Marketingmaßnahmen und Kundenakquise gebündelt für alle Künstler von start your art durchzuführen. Vorher hat dies jeder einzelne Künstler für sich selber mehr oder weniger erfolgreich unternommen. Wir haben da ganz andere Möglichkeiten, da wir uns gezielt mit den Themen SEO und Public Relations auseinandersetzen. Themen, zu denen viele Künstler nicht unbedingt einen Bezug haben. Dadurch, dass wir das für sie übernehmen, können diese sich wieder mehr auf ihre eigentliche Arbeit konzentrieren, ohne sich auch noch um die eigene Vermarktung kümmern zu müssen. Auch um alles weitere kümmern wir uns: Für den Transport der Werke haben wir Verpackungsrichtlinien entwickelt und stellen den Künstlern bei Bedarf auch das nötige Verpackungsmaterial zur Verfügung. Für den Fall, dass ein Werk während des Transports dennoch einmal Schaden nehmen sollte, sind unsere Transporte versichert. Die Bezahlung der Werke erfolgt über unser firmeneigenes Treuhandkonto, so dass Käufer bei Unregelmäßigkeiten den vollen Kaufpreis erstattet bekommen. Käufer haben so die Gewissheit, Kunst ohne Risiko bei uns erwerben zu können. Das Konzept trägt sich über Provisionen. Entsprechend des Gebührensystems bei klassischen Auktionshäusern, werden dabei die Kosten zwischen Käufer und Einlieferer, sprich Künstler, aufgeteilt, da ja beide Seiten – Künstler und Käufer – etwas von unserem Service haben.

Wie haben Sie die Startphase finanziert?
Seul: Neben Eigenmitteln kommt der größte Anteil aus einem kfw-Kredit. Unser Budget ist klein, das fordert Kreativität...

Mit welchen Problemen hatten Sie in der Startphase zu kämpfen? Und wie
haben Sie die umschifft?

Seul: Das Schwierigste war sicherlich die Überzeugungsarbeit! Besonders in Sachen Finanzierung: Bei den meisten Gesprächen fielen schon die Klappen als die Worte "Kunstmarkt" und "Internet" fielen. Bei einem Gespräch musste ich am eigenem Leib feststellen, dass man als Frau nicht unbedingt ernst genommen wird. Eine andere Bank, die sich das Thema Gründungsfinanzierung ganz groß auf die Fahnen schreibt, lehnte ein Treffen schon im Vorfeld ab, da wir in unserem Businessplan im ersten Jahr (!) noch keine Gewinne prognostiziert hatten. Schließlich haben wir dann doch eine Bank gefunden, die es sogar als positiv vermerkte, dass wir unsere Gewinnprognosen sehr sachlich und nicht überzogen eingeschätzt haben.
Auch mit einigen Hürden verbunden war es, die richtigen Partner für die Entwicklung von start your art zu finden: so z.B. für ein benutzerfreundliches und ansprechendes Design und die doch recht aufwändige Programmierung. Wir arbeiten bisher ausschließlich mit jungen Startup-Unternehmen zusammen. Die Verständigung läuft da sehr gut, vielleicht auch deswegen, weil das Bewusstsein für die Probleme, die eine Neugründung mit sich bringt, präsent ist. So ist aus start your art schon etwas wie ein Gemeinschaftsprojekt geworden, welches vielen jungen Unternehmern einen Rahmen bietet, sich zu verwirklichen.

Wie ist die Idee zu "start your art" entstanden?
Seul: Immer wieder erzählten mir Freunde und Bekannte, dass sie eigentlich gerne echte Kunst kaufen würden, dass sie sich satt gesehen hätten an den immer gleichen Kunstplakaten und -Motiven. Viele erkennen ab einem bestimmten Zeitpunkt, dass ein Original-Kunstwerk mehr fasziniert, einen höheren persönlichen Mehrwert liefert, als das tausendfach gesehene Plakat-Motiv. Jedoch liegt die Hemmschwelle, einen Galerieraum zu betreten, noch immer sehr hoch. Gerade der Kunstmarkt umgibt sich noch immer gerne mit der Aura des Elitären. Und da fühlt sich nun einmal eine Vielzahl gerade junger Menschen nicht angesprochen.
Dass das Interesse an junger Kunst enorm ist, konnte man letztes Wochenende mal wieder in Düsseldorf beobachten, als die Kunstakademie, wie jedes Jahr, ihre Pforten zum Rundgang öffnete: Über 50.000 Besucher kamen, um sich die Werke der Kunststudenten anzusehen. Zeitweise mussten sogar Ordner eingesetzt werden, um den Besucheransturm zu drosseln. Auf der anderen Seite bekam ich während meiner Zeit am Kunstmarkt immer wieder mit, dass junge, wirklich gute Künstler verzweifelt nach Wegen suchten, ihre Werke zu vermarkten… Ich dachte mir, dass das doch irgendwie nicht sein kann, dass diese beiden Gruppen – junge Künstler und Kunstinteressierte – nicht zusammenkommen können. Das brachte mich zur Idee von start your art.

Wen sehen Sie als Konkurrenz zu Ihrem Portal an? Und: Was haben Sie Ihren Mitbewerbern voraus?
Seul: Mittlerweile tummeln sich einige gute Seiten in dem Bereich im Netz, ein pures Online-Auktionshaus für junge Kunst konnte ich bisher nicht entdecken. Die meisten Seiten agieren als Marktplatz, um Künstler und Kunstinteressierte zusammenzubringen. Dabei geht ihr Engagement allerdings nur bis zu einem bestimmten Punkt: Spätestens bei der konkreten Abwicklung der Transaktionen bleiben Künstler und Käufer auf sich allein gestellt. Diese Situation birgt aus meiner Erfahrung große Unsicherheiten und Risiken für beide Seiten. Hier geht start your art einen Schritt weiter: Neben der Auswahl hochwertiger Kunstwerke, bieten wir außerdem eine umfassende Begleitung des gesamten Verkaufsprozesses, angefangen bei der Preisgestaltung durch unser Auktionssystem über Vermarktung mittels SEO/ SEM bis hin zur Organisation von abgesicherten Transport- und Zahlungswegen.

Können Sie sich vorstellen, neben der jungen Kunst auch im Hochpreis-Segment einzusteigen und mit etablierteren Künstlern zu kooperieren? Oder bleiben Sie den "jungen Wilden" treu?
Seul: Mitmachen darf, wer gut ist. Das ist das einzige Kriterium. Bereits etablierte Künstler sind in der Regel an exklusive Galerie-Verträge gebunden. Wir brechen an dieser Stelle die Strukturen des Kunstmarkts ein wenig auf. Künstler gehen bei uns immer nur Verpflichtungen für einzelne Werke und bestimmte Zeiträume ein, niemals jedoch für ihr gesamtes Werk. Sie können daher recht flexibel agieren.

Welche Ideen haben Sie für die Zukunft von "start your art"? Wie wollen Sie
sich entwickeln?

Seul: Besonders im technischen Bereich haben wir noch viele Ideen. Viele zielen darauf ab, Kunst möglich gut erfahrbar zu machen. Auch sind bereits verschiedene "Live"-Events in Planung. Irgendwann einmal ein reales Auktionshaus für junge Kunst zu gründen, dass wäre toll!

Vielen Dank für das Interview!

http://www.foerderland.de/419+M538fd601ece.0.html

Download
Mach dir ein Bild von… “Start your Art”   ArtFlakes Blog
28.02.2011

Der Markt für Start ups in Deutschland und dem Rest der Welt boomt – immer mehr Menschen wagen den Schritt in die Selbstständigkeit, weil ihre innovativen Ideen mit anderen teilen möchten.
In unserer neuen Serie “Mach dir ein Bild von…” möchten wir euch einige dieser interessanten Modelle vorstellen – und von den Befragten wissen, welche Art von Kunst in ihrem Büro zu finden ist. Den Anfang macht in dieser Woche Jenny Seul, die Ende 2010 “Start your art” ins Leben gerufen hat, ein Online-Auktionsportal für junge Kunst.


Was genau ist start your art“?
start your art ist die erste deutsche Online-Plattform, auf der ausschließlich junge Kunst zur Versteigerung angeboten wird. Der Markenname „start your art“ entspricht auch unsrer ‚Mission‘: Wir wollen noch nicht etablierten Künstlern sowie an Kunst interessierten, potentiellen Käufern einen einfachen Start in den Kunstmarkt ermöglichen. Dazu bieten wir ausgewählten Künstlern die Möglichkeit bis zu 10 Werken für einen bestimmten Zeitraum (in der Regel zwischen 2-4 Monat) zu präsentieren. Für jedes Kunstwerk legt der Künstler einen individuellen Startpreis fest.Wer sich als Käufer für ein Kunstwerk interessiert kann ein Gebot abgeben, das mindestens dem Limit entspricht. Damit startet er die Auktion. Andere Interessenten haben dann 7 Tage Zeit in die Auktion einzusteigen. Ist ein Werk verkauft, kann der Künstler sein Kontingent wieder auffüllen.

Wie kamen Sie auf die Idee, ein Online-Auktionshaus für junge Kunst ins Leben zu rufen?
Die Idee kristallisierte sich aufgrund verschiedener Erlebnisse und Beobachtungen während meiner beruflichen Tätigkeit im Kunsthandel heraus: Immer wieder trafen hier Bewerbungen und Anfragen junger Künstler ein, die ihre Werke gerne in Auktionen platzieren wollten. Da die klassische Versteigerungen laut Gewerbeordnung nur dem Wiederverkauf ‚gebrauchter‘ Güter dienen, haben folglich selbst talentierte Künstler hier keine Chance, ihre Werke ‚frisch‘ ab Atelier anzubieten.
Eine andere Beobachtung war die, dass mir immer wieder Bekannte berichteten, dass sie auf der Suche nach Originalwerken junger Künstler wären: Der erste Blick ging da immer ins Internet, sei es zur Informationsbeschaffung oder aus konkretem Kaufinteresse. Die Angebote, die sie dabei online entdeckten, entsprachen nach ihren Schilderungen nicht ihren Bedürfnissen. Denn entweder waren ihnen die Auflagen der Serien zu hoch oder die Preise für sie nicht nachvollziehbar. Besonders Laien bleibt die Preisgestaltung von Kunstwerken unklar. Da bietet sich meiner Meinung nach ein Auktionssystem für Künstler, für die es noch keine Vergleichswerte gibt, geradezu an. Und da laut Gewerbeordnung eine Online-Versteigerung keine Auktion im eigentlichen Sinne darstellt, nutzen wir eben diese Möglichkeit.

Wie ist die Resonanz bisher, sowohl von Seiten der Künstler als auch der Kunden?
Wir sind ja erst am 18. November 2010 online gegangen, da kann man natürlich noch nicht von Stammkunden sprechen. Wir stehen da noch ganz am Anfang. Doch wir haben bereits jetzt erste Käufer, die ein zweites und drittes Werk bei uns ersteigert haben. Das ist doch schon mal ein gutes Zeichen. Auch mit den Künstlern läuft es durchweg gut. Wir arbeiten sehr eng zusammen und bekommen viele Tipps und Anregungen, die wir gerne aufnehmen. Das macht Spaß!

Sehen Sie sich als Konkurrenz zur klassischen Galerie?
Nein. Wir sind eher eine Ergänzung. Auch haben wir Künstler, die sowohl in Galerien verkaufen als auch Werke bei uns eingestellt haben. Man kann auch Schuhe eines Herstellers sowohl im Laden als auch online kaufen. Beides hat seine Berechtigung und beides hat seine Vor- und Nachteile.

Was sind die Vorteile von „start your art“ gegenüber realen Galerien?
Da komme ich doch gleich noch einmal auf den Schuhkauf-Vergleich zurück. Auch hier funktioniert beides. Und viele Käufer nutzen beide Vertriebswege gleichermaßen: je nach Zeit, Laune und momentanen Bedürfnis. Ein Vorteil beim Online-Shoppen ist sicherlich die Ruhe beim Stöbern und die guten Vergleichsmöglichkeiten. Und dann birgt speziell eine Auktion natürlich auch einen hohen Spannungs- und Spaßfaktor!

Nach welchen Kriterien werden die teilnehmenden Künstler ausgewählt?
Hier treffen mittlerweile fast täglich Bewerbungen ein. Wir schauen uns sowohl die Portfolios als auch die jeweilige Vita an. Dabei ist es weniger entscheidend, ob und wo man studiert hat, als dass das Gesamtwerk überzeugt.
Andere Künstler entdecken wir bei unseren Reisen durch ganz Deutschland. Natürlich können unsere Entscheidungen immer nur subjektiv sein. Doch ich höre immer wieder von Künstlern, die einer Teilnahme zustimmen, dass dies unter anderem an der guten Auswahl liegt, die wir bisher getroffen haben. Wie in einer Galerie auch, ist es für die Künstler wichtig neben welchen Werken ihre eigenen präsentiert werden.

Wie finanziert sich die Plattform?
Über Provisionen. Analog zu den klassischen Auktionshäusern teilen wir diese zwischen Künstler- und Käufer auf. Es haben ja beide Seiten etwas von unserem Service – wie Organisation und Gewährleistung von Zahlung und Versand, aber auch von unsren Marketing-Aktivitäten.

Welche Pläne haben Sie für die Zukunft von „start your art“?
Oh, da gibt es viele! Zum einen haben wir noch viele Ideen, wie man Kunst am Bildschirm noch besser erlebbar machen kann. Zum anderen würden wir auch gerne ein paar Live-Events veranstalten. Auch melden sich jetzt zunehmend Galerien und andere Online-Plattformen, die an einer Zusammenarbeit und Kooperationen interessiert sind. Da ergeben sich sicherlich noch viele Möglichkeiten, an die wir bisher noch gar nicht gedacht haben…

Was für Strategien nutzen Sie, um das Portal in der Öffentlichkeit bekannt zu machen?
Da sind wir auf vielen Kanälen – sowohl offline als auch online – unterwegs. Pressearbeit ist da ein großes Thema. Wir versuchen unsere Seite in Sachen Suchmaschinen zu optimieren, haben Anzeigen geschaltet und flächendeckend Prospekte verteilt. Auch sind wir aktiv in verschieden Sozialen Netzen…

Welches ist ihr persönliches Lieblingskunstwerk auf der Seite?
Puh, das ist schwer…Da gibt es so viele. Die Werke sind ja wie gesagt alle Hand verlesen. Von daher könnte ich mir auch alle gut in meiner persönlichen Sammlung vorstellen…Sehr beeindruckend sind z.B. die Werke von Masakazu Kondo: Schauen Sie sich diese mal genauer an.
Das sind 1,40 m große fotorealistische Kugelschreiberzeichnungen. Die sind echt der Wahnsinn!
Auch die Gemälde von Yih-Han Wu faszinieren mich auch immer wieder. Wie sie Stilmittel und Maltechniken der Renaissance für zeitgenössische Portraits anwendet. Toll! Soll ich weiter machen? Ich könnte Ihnen jetzt alle Künstler aufzählen und sagen, warum mich ihre Werke begeistern…

Welches Bild/Kunstwerk hängt bei ihnen im Büro?
Links vom Schreibtisch erhellt die Nummer 1 aus der „Burning Lollypop“-Auflage von Jennifer Rumbach (siehe rechts) meinen Tag. Rechts vom Schreibtisch begleitet mich eine Radierung von Damien Hirst mit dem Titel „I saw the half of the Moon“ in den Abend.

Vielen Dank!

http://blog.artflakes.com/2011/02/28/mach-dir-ein-bild-von-start-your-art/

Download
Junge Kunst erobert das Netz   www.bild.de
14.02.2011

Mit „start your art" ist ein neues Online-Auktionshaus für junge Kunst online.
Die Idee, sich mit einem Online-Kunst-Auktionshaus selbstständig zu machen, kam der Kunsthistorikerin und Jungunternehmerin Jenny Seul während ihrer Arbeit im internationalen Kunsthandel. Hier wurde ihr klar, dass nicht etablierte Künstler in der Regel keine Chance haben, ihre Objekte bei Auktionshäusern zu platzieren. Auch die Suche nach Galeristen gestaltet sich für sie schwierig. Auf der Käuferseite ist das Interesse speziell an „junger“ Kunst sehr groß, wie die aktuellen Besucherzahlen von Akademierundgängen renommierter Hochschulen zeigen. Vor allem bei jungen Menschen zwischen 25 und 40 Jahren ist das Interesse gestiegen, „echte“ Kunst zu erwerben. Sie scheuen aber den Gang zu Galerien. Besonders die Preise von Kunstwerken sind für sie nur schwer nachvollziehbar. Künstler und Kunstinteressierte auf zeitgemäße Weise zusammenzubringen, führte Seul zu der Idee, ein spezialisiertes Online-Auktionshaus zu gründen. Seit dem Start im November 2010 verzeichnete die Plattform knapp 6500 Besucher. Weitere Verbesserungen der Website sind geplant und neue, vielversprechende Künstler haben sich angekündigt.

http://www.bild.de/BILD/digital/telegramm-digital/telegramm-digital,rendertext=15975248.html

Download